Gütesiegel und Zertifikate

Du legst Wert darauf, dass deine Kleidung unter fairen Bedingungen produziert wird und möchtest dir sicher sein, dass die Arbeiterinnen und Arbeiter angemessen entlohnt werden und zu humanen Arbeitsbedingungen produzieren können? Kein Problem, wenn du bei deiner Shopping-Tour auf Zertifikate und Gütesiegel achtest!

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T-Shirt Rettung Teil 2: Vorsorgen statt nachher Sorgen – das Waschen

Um sich möglichst lange an seinem T-Shirt erfreuen zu können, ist die richtige Pflege das Um und Auf. Natürlich spielt die Qualität des Stückes an sich ebenfalls eine große Rolle.

Die Werbung bläut uns ein, was wir denn so alles für die „richtige“ Wäschepflege brauchen. Bunt-, Voll-, Woll-, Feinwaschmittel; Weich-, Hygienespüler und so weiter. Apropos Vollwaschmittel – schon gewusst, dass in diesem Bleichmittel enthalten sind und  daher eher nur für weiße oder helle Wäsche geeignet ist?
Ganz abgesehen von diesem Bezeichnungs-Dschungel ist es gar nicht so leicht, die richtige Dosierung zu finden – oft geschieht diese nach Gefühl und ist viel zu hoch gewählt, wir belasten die Umwelt zusätzlich und ein Mehr an Waschpulver macht die Wäsche nicht unbedingt sauberer. Wer mehr dazu wissen will und etwas Zeit hat: Die Tricks der Waschindustrie

Dass es auch anders geht wurde im Rahmen des Zero Waste Graz Stammtisches im Juni klar. Hier ging Maria von widerstandistzweckmäßig der Wäschepflege aus ökologischer Sicht nach.

Nun eine kurze Zusammenfassung meiner Notizen über die wichtigsten Punkte. Die vollständige Beschreibung findet ihr bei widerstandistzweckmäßig.

https://widerstandistzweckmaessig.files.wordpress.com/2017/05/wc3a4schepflege-aus-c3b6kologischer-sicht.jpg

Der wichtigste Punkt:

Vor dem Wäsche waschen

Durch das Waschen wird die Kleidung verschlissen. Wenn man/frau weniger waschen muss, hält die Kleidung länger!

  • nach dem Tragen aufhängen, dann kann das Kleidungsstück meist noch öfter getragen werden.
  • Flecken sofort behandeln (Gallseife oder Olivenölseife ist in den meisten Fällen das Mittel der Wahl).  Fleck nass machen, mit Gall- oder Olivenölseife einreiben, auswaschen. 2-3x wiederholen. Bei gröberen Flecken bis zum Waschen einweichen.
    Blut mit kalten Wasser ausschwemmen, für alles Andere kann lauwarmes Wasser genommen werden.
  • Fettflecken wie oben behandeln und dann in Sodalösung einlegen.
  • Kleidung vor dem Waschen auf Schadstellen untersuchen und reparieren.

Sortieren

  • Hauptkriterium zuerst nach Material, dann nach Farbe
  • Alle Verschlüsse (Reißverschlüsse etc.) schließen, BHs etc. in Wäschesäcke, Härteres Umdrehen (Jeans etc.)
  • große und kleinere Sachen vermischen (= bessere Waschwirkung durch Reiben – gerade bei Flecken helfen Handtücher, die dazu gegeben werden)

Was macht Wäsche sauber?

  • Hauptfaktor: Wasser
  • mechanische Waschwirkung (das Aneinanderreiben der Kleidungsstücke)
  • Temperatur (eigentlich reicht es, alles mit max. 40 Grad zu waschen)
  • Waschmittel (hier gibt es eine Reihe alternativer Waschmittel wie Rosskastanien, Efeu, Waschnüsse … – s. auch letzter Beitrag)

Trocknen

  • genug Abstand zwischen den einzelnen Stücken lassen, damit die Wäsche gut trocknen kann
  • möglichst nichts überlappen/Teil soll als Ganzes hängen – damit spart man/frau sich auch das Bügeln 🙂
  • im Halbschatten/Schatten trocknen
  • Wäschetrockner verschleißt die Kleidung – abgesehen vom Ressourcen- (Herstellung) und Stromverbrauch

Der Vortrag von Maria war sehr interessant und auch wenn Wäsche waschen etwas ist, was wir sehr oft machen, gibt es Einiges, was wir verbessern können: der Wäsche, der Umwelt und unserer Gesundheit zu Liebe!

Ökologischer Fußabdruck unserer Kleidung

Über die Unmengen an Wasser, welche die Produktion und Nutzung eines einzigen T-Shirts verbraucht, haben wir in diesem Blog schon berichtet. Wie steht es nun aber um den ökologischen Fußabdruck von unserer Kleidung – sieht die Sache hier genauso verheerend aus, oder ist Wasser die einzige Ressource, die in so großen Mengen benötigt wird, um von den Rohmaterialien zum fertigen Produkt zu gelangen?! Dieser Frage wollen wir in dem vorliegenden Beitrag auf den Grund gehen.

Zunächst müssen wir aber verstehen, worum es sich beim ökologischen Fußabdruck eigentlich handelt. Was sagt er aus? Wie wird er berechnet? Für all jene, die dies noch nicht wissen, hier eine kurze Erklärung: Der ökologische Fußabdruck ist eine Maßzahl, deren Berechnung 1994 von William Rees und Mathis Wackernagel entwickelt wurde. Anhand dieser Zahl kann festgestellt werden, wie hoch der Flächenanteil des Planeten Erde ist, der benötigt wird, um den menschlichen Ressourcenverbrauch zu decken. So kann die berechnete Fläche beispielsweise aufzeigen, wie viele Erden nötig wären, um den exzessiven Ressourcenverbrauch, den viele Menschen heutzutage betreiben, zu ermöglichen. Gleichzeitig kann der ökologische Fußabdruck aber auch für jede einzelne Person oder für ein bestimmtes Produkt individuell berechnet werden. Die jeweilige Fläche wird in Globalen Hektar (gha) angegeben.

Tipp: Das Bundesministerium für Land und Forstwirtschaft bietet unter dem Link http://www.mein-fussabdruck.at/ einen Onlinerechner für den eigenen Fußabdruck an, anhand dessen man seine Lebensweise mit der anderer vergleichen kann. Schon vorweggenommen: der Durchschnittsverbrauch eines Österreichers/einer Österreicherin beträgt 5,3 gha, wobei pro Bewohner eigentlich nur 1,7 gha pro Jahr zur Verfügung stehen [1], [2].

Ökologischer Fußabdruck1

Nun, wo wir wissen, worum es sich beim ökologischen Fußabdruck, auch Ecological Footprint genannt, handelt, wollen wir uns ansehen, wie es um die Produktion unserer Kleidung steht. Stellen wir uns dafür ein Baumwollshirt vor, das um die 200g wiegt. Um die Baumwolle für dieses eine Shirt zu erhalten, wird rund ein halbes Kilo Rohbaumwolle gebraucht [3]. Um diese Menge an Baumwolle anzubauen, werden durchschnittlich ca. 7m² Landfläche benötigt, was von Sorte zu Sorte und von Land zu Land stark schwankt [4]. Sieben Quadratmeter Land braucht es also schon allein für die Rohstofferzeugung eines normalen Baumwollshirts. Um zum fertigen Produkt zu gelangen, fehlen aber noch etliche Schritte wie das Vernähen der Stoffe, der Transport vom Herstellungsland bis in die Geschäfte und das Waschen der Kleidung durch den Verbraucher. All diese Schritte verbrauchen verschiedene Mengen an Energie und so werden zusammengerechnet knapp 11 Kilogramm CO2 im Leben eines Baumwollshirts ausgestoßen [5]. Um diese Energie zu erzeugen, wird wiederum Fläche benötigt. Weiters dazu kommt die Fläche, die beispielsweise an Wäldern benötigt wird, um das emittierte CO2 wieder zu kompensieren. Rechnet man nun alle diese Flächen auf die Kleidung, die ein durchschnittlicher Österreicher besitzt, auf, kommt man auf eine beachtliche Fläche von ca. 0,6 gha. Diese Zahl mag zwar klein erscheinen, doch stellt sie ein Achtel der Gesamtfläche dar, die ein Österreicher/eine Österreicherin durchschnittlich verbraucht.

Ökologischer Fußabdruck2

Auch wenn im Durchschnitt Lebensmittel mit 33% den größten Anteil unseres gesamten ökologischen Fußabdruckes ausmachen und auf die Kleidung mit 3% der hingegen geringste Anteil entfällt [6], sollte auch dieser kleine Teil auf keinen Fall unberücksichtigt bleiben. Denn jede bewusste Veränderung unseres Lebensstils und Konsumverhaltens kann dazu beitragen, dass wir länger etwas von unserem Planeten haben, der nun mal der einzige ist, auf dem das Leben so lebenswert ist.

Quellen:

[1] http://www.footprint.at/fileadmin/zf/dokumente/footprint_broschuere_2013.pdf

[2] http://www.fussabdruck.de/oekologischer-fussabdruck/ueber-den-oekologischen-fussabdruck/

[3] http://www.stäudel.de/schriften_LS/305%20UCh_127_Oekolog_Rucksack.pdf

[4] https://de.statista.com/statistik/daten/studie/444864/umfrage/ertrag-je-hektar-anbauflaeche-von-baumwolle-weltweit-nach-laendern/

[5] https://www.verbund.com/de-at/blog/blog-artikel/2012/10/03/energie-fussabdruck-shirt-bekleidung-ressourcen

[6] http://www.pearltrees.com/yvonnem/mensch-umwelt-andern-konnen/id13520518/item136062171

http://www.mein-fussabdruck.at/

Von der Idee zum riesigen T-Shirt – ein Making-Off und Einblick in unsere Tour auf dem Lendwirbel

Bevor unser T-Shirt seine ersten Reisen antreten konnte hat es einige Treffen in der Gruppe und auch viele kreative Stunden und Diskussionen gegeben. Lange haben wir darüber gesprochen wie wir unsere Ideen am besten an das Publikum und Interessierte herantragen können. Für uns als Gruppe war es wichtig, dass wir Menschen über Arbeitsbedingungen, Zertifizierungen und Umweltbelastung informieren können. Was aber genauso wichtig war, ist die Präsentation. Wir wollten etwas erschaffen, das wir in dieser Form noch nirgends gesehen hatten. Das Ziel war es mit Menschen ins Gespräch zu kommen, ihre Neugierde am Thema zu wecken und sie vielleicht auch zum Umdenken anzuregen.

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Zu Besuch bei Apflbutzn

Die Grazer Firma Apflbutzn hat sich auf den Verkauf von handbedruckten Leiberln und Sackerln aus Biobaumwolle spezialisiert. Als Teil unseres interdisziplinären Praktikums werden wir in Kooperation mit Therese und Thomas von Apflbutzn auch T-Shirts mit unserem selbst entworfenen „Global Studies“-Motiv bedrucken.

Hier das Video zu unserem Besuch in der Apflbutzn Werkstatt:

Apflbutzn gibt es seit März 2016 in der Wickenburggasse 36. Die Idee des Gründer-Teams ist einfach und entspricht dem Zeitgeist: leistbare Bio-Mode, die auch noch gut aussieht! Bei Apflbutzn werden T-Shirts aus zertifizierter Biobaumwolle, die unter fairen Bedingungen hergestellt wurden, mit einer selbstgebauten Siebdruckmaschine „aufgehübscht“. Dafür werden ausschließlich wasserbasierte Farben verwendet und die Motive werden selbst gezeichnet. Leiberln und Sackerln gibt es direkt im Shop oder online (mit CO2-neutralem Versand) zu kaufen. Und das alles mitten in Graz! Oft liegt das Gute doch so nah 🙂

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Freu‘ dich auf weitere interessante Videos zum Thema!

Verwendete Musik:

PACIFIC SUN by Nicolai Heidlas Music https://soundcloud.com/nicolai-heidlas
Creative Commons – Attribution 3.0 Unported (CC BY 3.0)
https://creativecommons.org/licenses/by/3.0/
Music provided by Audio Library https://youtu.be/kbqmEJTr3nU

Wie viel Wasser braucht ein T-Shirt?

Wenn man in seinen Kleiderschrank sieht, so wird wahrscheinlich jede/r dort ein paar T-Shirts aus Baumwolle vorfinden. Die meisten unter uns denken nicht wirklich viel darüber nach, woher diese T-Shirts stammen und welche Schritte durchlaufen werden müssen, damit wir uns eines dieser T-Shirts überstreifen können. Auch der Gedanke an den Wasserverbrauch kommt den meisten nicht wirklich in den Sinn, wenn sie sich morgens anziehen.

Bei einem durchschnittlichen Waschgang werden zwischen 45 und 60 Liter Wasser verbraucht[1]. Klar, das ist nicht so wenig, aber wie verhält sich diese Zahl im Vergleich mit jener, die den gesamten Herstellungsprozess eines Baumwoll-T-Shirts umfasst?

Im Hinblick auf den Wasserverbrauch während des gesamten Herstellungsprozesses müssen zuallererst die Begriffe des virtuellen Wassers sowie des Wasser-Fußabdrucks erklärt werden:

Der Begriff virtuelles Wasser wurde erstmals Mitte der 90er-Jahre vom englischen Geografen John Allan verwendet und die Bezeichnung Wasser-Fußabdruck wurde 2002 von A.Y. Hoekstra in Anlehnung an den Ökologischen Fußabdruck vorgestellt. Der Wasser-Fußabdruck bezieht sich auf die gesamte Wassermenge, die von den Einwohnern eines Landes durch den Konsum von Produkten und Dienstleistungen konsumiert wird. Aufgeteilt wird der Konsum in den internen und den externen Wasser-Fußabdruck. Virtuelles Wasser ist Teil des externen Wasser-Fußabdrucks, d.h. alles Wasser, das durch den eigenen Konsum eines Landes importiert wird. Der interne Wasser-Fußabdruck bezieht sich auf die Nutzung der heimischen Wasservorkommen für die Produktion von Gütern im Inland.

Da Baumwolle in unseren Breitengraden nicht sonderlich gut gedeiht, wird sie in anderen Ländern angebaut und durch globale Arbeitsteilung auch in anderen Ländern verarbeitet. Bei der Herstellung eines Baumwoll-T-Shirts sind also verschiedene Quellen an virtuellem Wasser beteiligt. Alles, was tatsächlich bei der Herstellung eines T-Shirts an Wasser verbraucht wird, fließt in diese Rechnung mit ein. Im Falle der Baumwollproduktion umfasst dies sowohl die Bewässerung der Felder, die Reinigung der Baumwolle sowie die anschließende Veredelung der Stoffe. Auf diese Art und Weise werden für die Herstellung eines Baumwoll-T-Shirts mit 250 Gramm durchschnittlich 2.495 Liter Wasser verwendet. Um dies in Relation zu setzen: In eine Badewanne passen 150 bis 180 Liter Wasser. Die Zahl für eine Jeans mit 800 Gramm ist mit 8.000 Litern Wasser gleich um ein Vielfaches höher. Pro Kilo Baumwollfaser kann also mit 10.000 Litern virtuellem Wasser gerechnet werden[2].

Infografik_Wasserverbrauch

Beim Anblick dieser Zahlen muss man jedoch hervorheben, dass es sich hierbei um weltweite Durchschnittswerte handelt und dass sich diese je nach Region massiv unterscheiden können. So werden pro Kilogramm Baumwolle in China nur 6.000 Liter Wasser verbraucht, wobei in Usbekistan pro Kilo 9.200 Liter und in Indien 22.500 Liter verbraucht werden[2]. Diese regionalen Unterschiede können zu verheerenden Folgen führen. So zum Beispiel in Zentralasien, wo es aufgrund der exzessiven Entnahme von Wasser aus dem Aralsee beinahe zu dessen Austrocknung gekommen wäre.

Diese Punkte zeigen uns, dass die Herstellung unseres einfachen Baumwoll-T-Shirts wesentlich weitere Wellen schlägt, als man denkt. Aus diesem Grund sollte man nachhaltig agieren und sich bewusst werden, wie viele Ressourcen in allem stecken, was uns umgibt.

Quellen und nützliche Links:

[1]Forum Hausgeräte. (08.09.2010). „Vom sorgsamen Umgang mit Wasser“. [Online] https://www.bewusst-haushalten.at/fakten/waschen-trocknen/wie-viel-strom-verbraucht-eine-waschmaschine/wie-viel-wasser-verbraucht-eine-waschmaschine/ [04.04.2017].

[2]Water Footprint Network. (o.A.). „Cotton“. [Online]
http://waterfootprint.org/en/resources/interactive-tools/product-gallery/ [04.04.2017].

Hackenauer, Wolfgang. (08.09.2010). „Water Footprint“. [Online] http://www.qualityaustria.com/index.php?id=2602 [04.04.2017].

Universum Kommunikation und Medien AG. (12.2011). „Virtuelles Wasser in der Textilindustrie“. [Online] http://www.jugend-und-bildung.de/files/860/AB_Stoffwechsel_virtuelles_wasser.pdf [04.04.2017].

Vereinigung Deutscher Gewässerschutz e.V. (o.A.). „Der Wasserfußabdruck“. [Online] http://virtuelles-wasser.de/wasserfussabdruck.html [04.04.2017].

Zittlau, Jörg. (19.03.2010). „2000 Liter Wasser für ein T-Shirt“. [Online] https://www.welt.de/welt_print/wissen/article6839727/2000-Liter-Wasser-fuer-ein-T-Shirt.html [04.04.2017].