Carla – die Second Hand-Shops der Caritas

Im Rahmen unseres Praktikums durften wir aus der Gruppe Nachkauf die Carla Shops auch ganz aktiv kennenlernen. Eine durchaus bereichernde Erfahrung und zwar nicht nur für unsere Kleiderschränke, da sich das ein oder andere Schnäppchen nur schwer vermeiden lies und sich viele Gelegenheiten hierfür fanden. Bei bis zu 25h Arbeiten in der Sortierung war es auch möglich in den anderen Abteilungen mitzuhelfen.

Carla steht für Caritas Laden, diese sind zwar Teil der Caritas, werden aber nicht aus Spendengeldern finanziert. Stattdessen erwirtschaften die zahlreichen Carlas durch die Verwertung von Sachspenden selbst einen Überschuss und leisten so auch finanziell einen wertvollen Beitrag für andere Hilfsprojekte der Caritas. Die Caritas betreibt seit 30 Jahren Second Hand Geschäfte und vor kurzem wurde der 30. steirische Carla Laden in Bruck a.d. Mur eröffnet.

Abseits eines vielfältigen Waren- und Dienstleistungsangebots bieten die Läden auch einen sozialen und ökologischen Mehrwert. In den Läden und der Sortierung werden Transitarbeitskräften und langzeitarbeitslosen Menschen zahlreiche Beschäftigungsmöglichkeit geboten. Dies geschieht in Form von befristeten Dienstverhältnissen im Umfang von 3-9 Monaten, um diesen Personen anschließend einen leichteren Einstieg in den Arbeit zu ermöglichen. Auch in ökologischer Hinsicht leisten die Läden einen wertvollen Beitrag, vor allem zu den 3R’s: Reduce, Reuse und Recycle. Durch die Verwertung alter Produkte können sich nicht nur andere Leute über günstige Produkte freuen, sondern es wird auch die Umwelt geschont.

Kleiderspenden können direkt in den Shops oder über die Containersammelstellen der Carla-Läden vorgenommen werden. Für Möbel und ähnliches gibt es wiederum andere Abgabemöglichkeiten (z.B. Abholung). Anschließend werde alle Sachspenden einer genauen Überprüfung und danach den geeigneten Verwertungsmöglichkeiten zugeführt. Nicht nur Kleidungsstücke und Möbel werden sorgfältig überprüft, sondern auch Elektrogeräte, welche dann auch mit einer Garantie ausgestattet im Shop verkauft werden. Es gibt auch eine eigene Tischlerei wo Shopeinrichtungen für die Carla-Läden hergestellt und Möbel repariert werden.

Die Verkaufspreise werden ca. mit 1/4- 1/3 des Neupreises festgelegt. Sortierung und Verkauf erfolgen vor Ort, wodurch auch die Wertschöpfung in der Region bleibt. Carla deckt ca. 10% der Kleidersammelcontainerquote. Die sortierte Ware wird auch nach unterschiedlichen Qualitätsstufen sortiert. Die besten und schönsten Stücke landen in den Carla-Läden, andere werden an den Großhandel weiterverkauft. Diese werden zum größten Teil an Kleinkunden nach Bosnien, Kroatien und teilweise Serbien weiterverkauft, welche auch Second Hand Shops betreiben.

Das Besondere am Carla Netzwerk ist, dass wirklich für fast alles eine mögliche Verwertung gefunden wird, so z.B. auch für einzelne Schuhe oder nicht mehr verwendbare Kleidung.

Mehr Infos und alle Standorte lassen sich hier finden:
http://www.carla.at/

Aus alt mach „neu“ oder was anderes…

Was kann man/frau nun tun, wenn das T-Shirt wirklich nicht mehr zu retten ist? Im Rahmen eines „Bastel- und Nähnachmittages“ haben wir uns auf die Suche nach der Antwort gemacht.

Als praktischste Lösung schienen uns T-Shirt Taschen. Ganz einfach und schnell mit der Nähmaschine zusammengenäht (geht natürlich auch per Hand). Praktisch für jeden Einkauf, als Strandtasche usw. und leicht mitzunehmen. Auf jeden Fall besser als die angebotenen Plastiksackerln nach diversen Einkäufen – nur nicht zu Hause vergessen. 😉

Damit ihr auch die Möglichkeit habt zu so einer Tasche zu kommen, werden u.a. insgesamt 20 Stück beim Gewinnspiel auf dem Fair Fashion Festl verlost!

Eine weitere Möglichkeit ist es aus dem z.B. T-Shirt ein T-Shirt Garn zu machen, das wiederum vielfältig verwendet werden kann.

Aus diesem kann z.B. ein Platzset gewoben werden (dafür braucht man nicht mal einen Webstuhl)

Oder da Selbstmachen ja wieder im Trend ist – das eine oder andere Häkeln?

Halsketten aus T-Shirts lassen sich ebenfalls einfach herstellen.

Auch Baby-/Kleinkindbekleidung und Pölster lassen sich schneidern, oder warum nicht Wattepads ersetzen?

Oder aus den Ärmeln noch schnell ein Monster machen?

Die Möglichkeiten sind vielfältig, seht euch einfach etwas im Internet um, wenn ihr Lust bekommen habt.

Anleitungen:
T-Shirt Garn: http://bit.ly/2ryy37r
Korb häkeln: https://www.youtube.com/watch?v=xkApob_wt8w
Halsketten aus T-Shirts: https://www.youtube.com/watch?v=6ugMNqksZWo

Gebrauchte T-Shirts und Afrika (2)

Was passiert hier in Europa, in Österreich?

Über die genaue Menge an alten Kleidern, die jährlich in Österreich anfällt, kann man nur spekulieren, Schätzungen gehen aber von 80.000 Tonnen pro Jahr aus. Ein großer Teil der Kleidung wird in Kleidercontainern entsorgt, die Sammelboxen stehen an allen Straßenecken zur Verfügung. Nur zwei Fünftel sind als Gebrauchtkleidung verwendbar, gut zwei weitere Fünftel noch für die Putzlappenherstellung oder als Rohstoff. Der Rest ist Abfall. Ein großer Teil dieser Kleidungsstücke wird aussortiert, wenn er nicht mehr gefällt, hat dann aber noch einen erheblichen Teil seiner Lebenszeit vor sich.

Wenn diese Kleiderbündel in Afrika ankommen, sind sie von einer Spende längst zur Ware geworden. Gebrauchte Sachen decken in Afrika bis zu 80 Prozent des Bekleidungsbedarfs. In den meisten afrikanischen Staaten werden kaum noch Stoffe gefertigt und auch Bekleidungsfabriken gibt es nur wenige. Und der Altkleiderimport verschafft, bei all seinen Problemen, vielen in Afrika die Chance Geld zu verdienen und sich besser zu kleiden.

Eine Reihe afrikanischer Staaten hat den Import von Altkleidern verboten oder massiv eingeschränkt, darunter lukrative Märkte wie Südafrika, Nigeria und Äthiopien. Um diese Importbeschränkungen zu umgehen, hat sich ein umfangreicher Schmuggel entwickelt.
Benin ist beispielsweise bereits seit zwei Jahrzehnten ein Hauptumschlagplatz für Altkleider, die als Schmuggelware nach Nigeria gehen. Eine andere Reihe von Staaten hat relativ hohe Zölle auf den Import von Altkleidern festgelegt, die anscheinend in einigen Fällen über Korruption in Häfen oder Schmuggel durch Nachbarstaaten umgangen werden.

Große Probleme mit dem Gebrauchthandel gibt es dort, wo, wie z.B. in Tansania oder im Kongo, kleine Gruppen den Import kontrollieren (restriktive Importbestimmungen, GroßhändlerInnen, die von außen den Preis bestimmen) und die damit den Markt diktieren und enorme Gewinne machen.
Kleinere Probleme gibt es in Westafrika (Kamerun, Ghana, Kenia) – relativ viele Angehörige leben in Westeuropa und USA und schicken Kleidung an Verwandte – dies hat zu einem Überangebot geführt.

Hauptgrund ist die geringe Kaufkraft. Es gibt kein ausreichendes und erschwingliches Bekleidungsangebot aus lokaler Produktion. Die auf den Märkten angebotene Neuware kommt überwiegend aus China, ist aber oft von minderer Qualität. Secondhand-Kleidung ist daher weit verbreitet. Der Handel mit Gebrauchtkleidung verschafft vielen Arbeit und Einkommen. Auch viele Schneiderinnen und Schneider leben vom Umarbeiten oder „redesign“ von Gebrauchttextilien.

Einerseits wächst der Überschuss an Gebrauchtkleidung in den Wohlstandsländern, weil für uns Textilien immer billiger geworden sind, und andererseits gibt es eine wachsende Nachfrage nach Gebrauchttextilien, etwa in Afrika. Hier trifft sich das explodierende Angebot von abgelegter Kleidung der Reichen auf die unstillbare Nachfrage nach Kleidung für die Armen. Außerdem wird das wachsende Umweltbewusstsein vermutlich dafür sorgen, dass immer mehr gebrauchte Kleider in den Altkleidersammlungen anstatt im Haushaltsmüll landen. Am wichtigsten ist vielleicht die Tatsache, dass die ärmeren Länder ein hohes Bevölkerungswachstum und eine ebenfalls wachsende Begeisterung für modische Kleidung haben.

Wir sollten es uns aber trotzdem nicht ersparen, unser eigenes Konsumverhalten zu hinterfragen. Müssen wir Kleidung, deren Produktion wertvolle Ressourcen verschlingt und die wir eigentlich noch tragen könnten, wirklich so schnell wieder entsorgen, wie wir es heute tun?

 

Quellen:
Rivoli, Pietra (2006): Reisebericht eines T-Shirts. Ein Alltagsprodukt erklärt die Weltwirtschaft. Berlin.

Das Geschäft mit Altkleider Am Schauplatz (1/4).
[Online] https://www.youtube.com/watch?v=eGn5uepEz04 [15.06.2017]

„Mitumbas“ Ende- Ostafrika will Altkleider-Importe verbieten. (30.03.2016) [Online] https://www.3sat.de/page/?source=/nano/gesellschaft/186049/index.html [15.06.2017]

Gebrauchte T-Shirts und Afrika (1)

Inwiefern hat Afrika mit unserer Gebrauchtkleidung zu tun?

Die afrikanische Bekleidungsindustrie ist auf einem globalisierten Markt nicht wettbewerbsfähig. Der Handel mit der afrikanischer Kleidungsindustrie hat zwar eine lange Tradition bis zurück ins 9. Jhd., dieser ist aber infolge der Kolonialisierung reduziert worden – hin zum reinen Rohstofflieferanten.

Mit der Unabhängigkeit von den Kolonialländern in der 2. Hälfte des 20. Jhd. entstand eine mäßig erfolgreiche Bekleidungsindustrie, die aber auf einem globalisierten Markt ab ca. 1980 nicht wettbewerbsfähig war.

Als Gründe für den Niedergang werden angeführt: ungünstige weltwirtschaftliche Rahmenbedingungen, fehlendes Kapital für Investitionen, schlechte Infrastruktur, politische Wirren und klimatische Faktoren (für den Anbau von Rohstoffen).

Diese Probleme sind natürlich nicht allein auf die Bekleidungsindustrie beschränkt, sondern gelten allgemein für die Industrie in Afrika – der Kontinent gilt im Vergleich als teurer Produktionsstandort.
Es wird versucht, InvestorInnen zu gewinnen. Mehr oder weniger gelungen ist dies in Mauretanien, Madagaskar, Kenia, Zimbabwe, Swasiland und Äthiopien, die für den asiatischen Markt vorfertigen. Eine zufriedenstellende Wertschöpfung ist aber nicht möglich.

https://pixabay.com/de/mode-streetart-pseudo-modell-bokeh-768161/

Der Großteil der Bevölkerung (inkl. der „Mittelschicht“) ist auf die Versorgung mit Gebrauchtkleidung angewiesen, der Handel damit dient vielen als Einkommensquelle.

Aufgrund des niedrigen Einkommens kann sich der Großteil der afrikanischen Bevölkerung keine Neukleidung nach westlichen Standard leisten und hat nur die Wahl zwischen qualitativ schlechter Billigst-Neukleidung oder Gebrauchtkleidung.

(Fortsetzung folgt im zweiten Teil).

T-Shirt Rettung Teil 2: Vorsorgen statt nachher Sorgen – das Waschen

Um sich möglichst lange an seinem T-Shirt erfreuen zu können, ist die richtige Pflege das Um und Auf. Natürlich spielt die Qualität des Stückes an sich ebenfalls eine große Rolle.

Die Werbung bläut uns ein, was wir denn so alles für die „richtige“ Wäschepflege brauchen. Bunt-, Voll-, Woll-, Feinwaschmittel; Weich-, Hygienespüler und so weiter. Apropos Vollwaschmittel – schon gewusst, dass in diesem Bleichmittel enthalten sind und  daher eher nur für weiße oder helle Wäsche geeignet ist?
Ganz abgesehen von diesem Bezeichnungs-Dschungel ist es gar nicht so leicht, die richtige Dosierung zu finden – oft geschieht diese nach Gefühl und ist viel zu hoch gewählt, wir belasten die Umwelt zusätzlich und ein Mehr an Waschpulver macht die Wäsche nicht unbedingt sauberer. Wer mehr dazu wissen will und etwas Zeit hat: Die Tricks der Waschindustrie

Dass es auch anders geht wurde im Rahmen des Zero Waste Graz Stammtisches im Juni klar. Hier ging Maria von widerstandistzweckmäßig der Wäschepflege aus ökologischer Sicht nach.

Nun eine kurze Zusammenfassung meiner Notizen über die wichtigsten Punkte. Die vollständige Beschreibung findet ihr bei widerstandistzweckmäßig.

https://widerstandistzweckmaessig.files.wordpress.com/2017/05/wc3a4schepflege-aus-c3b6kologischer-sicht.jpg

Der wichtigste Punkt:

Vor dem Wäsche waschen

Durch das Waschen wird die Kleidung verschlissen. Wenn man/frau weniger waschen muss, hält die Kleidung länger!

  • nach dem Tragen aufhängen, dann kann das Kleidungsstück meist noch öfter getragen werden.
  • Flecken sofort behandeln (Gallseife oder Olivenölseife ist in den meisten Fällen das Mittel der Wahl).  Fleck nass machen, mit Gall- oder Olivenölseife einreiben, auswaschen. 2-3x wiederholen. Bei gröberen Flecken bis zum Waschen einweichen.
    Blut mit kalten Wasser ausschwemmen, für alles Andere kann lauwarmes Wasser genommen werden.
  • Fettflecken wie oben behandeln und dann in Sodalösung einlegen.
  • Kleidung vor dem Waschen auf Schadstellen untersuchen und reparieren.

Sortieren

  • Hauptkriterium zuerst nach Material, dann nach Farbe
  • Alle Verschlüsse (Reißverschlüsse etc.) schließen, BHs etc. in Wäschesäcke, Härteres Umdrehen (Jeans etc.)
  • große und kleinere Sachen vermischen (= bessere Waschwirkung durch Reiben – gerade bei Flecken helfen Handtücher, die dazu gegeben werden)

Was macht Wäsche sauber?

  • Hauptfaktor: Wasser
  • mechanische Waschwirkung (das Aneinanderreiben der Kleidungsstücke)
  • Temperatur (eigentlich reicht es, alles mit max. 40 Grad zu waschen)
  • Waschmittel (hier gibt es eine Reihe alternativer Waschmittel wie Rosskastanien, Efeu, Waschnüsse … – s. auch letzter Beitrag)

Trocknen

  • genug Abstand zwischen den einzelnen Stücken lassen, damit die Wäsche gut trocknen kann
  • möglichst nichts überlappen/Teil soll als Ganzes hängen – damit spart man/frau sich auch das Bügeln 🙂
  • im Halbschatten/Schatten trocknen
  • Wäschetrockner verschleißt die Kleidung – abgesehen vom Ressourcen- (Herstellung) und Stromverbrauch

Der Vortrag von Maria war sehr interessant und auch wenn Wäsche waschen etwas ist, was wir sehr oft machen, gibt es Einiges, was wir verbessern können: der Wäsche, der Umwelt und unserer Gesundheit zu Liebe!

5 alternative Waschmittel [Langzeiterfahrung] — widerstandistzweckmaessig

Um möglicht lange Freude an seiner Kleidung zu haben, zahlt es sich aus, sorgfältig damit umzugehen. Es gibt zahlreiche Tipps für richtige Wäschepflege und nachhaltiges Wäschewaschen. Ihre Erfahrungen mit alternativen Waschmitteln hat widerstandistzweckmäßig in einem sehr lesenswerten Beitrag zusammengefasst:

Beim Wäsche waschen wird nicht nur durch das Waschmittel die Umwelt belastet, sondern auch durch die Verpackung der Pflegemittel. Aus diesem Grund komme ich immer wieder einmal auf das Thema „Wäsche waschen“ zurück. Mittlerweile habe ich sehr viele verschiedene Varianten von alternativen Waschmitteln ausprobiert. Das heißt, es ist endlich an der Zeit über meine Langzeiterfahrungen […]

über 5 alternative Waschmittel [Langzeiterfahrung] — widerstandistzweckmaessig

T-Shirt-Rettung Teil 1 – Löcher

Viel zu viele T-Shirts werden zu schnell entsorgt, weil sich nach kurzer oder etwas längerer Zeit der eine oder andere Mangel einstellt.

Manchmal haben wir von vornherein eine nicht so gute Qualität gekauft, oder der eine oder andere Fleck will einfach nicht rausgehen und manchmal bekommt das T-Shirt einfach Löcher!

Damit eure T-Shirts in Zukunft länger bei euch verweilen, folgen in nächster Zeit ab und an ein paar Tricks auf was ihr achten könnt, damit das so bleibt.

Aber nun zu den Löchern. 🙂

Kennt ihr das auch, Löcher in der Bauchgegend des T-Shirts – wie kann das sein?

Wer ist schuld? Motten? Die Waschmaschine? Gürtel/Reißverschluss? Qualität des T-Shirts? Geplante Obsoleszenz? So viel sei verraten: Motten sind in den seltensten Fällen die Schuldigen. Mehr darüber hier:  http://bit.ly/2rH2DJr

Auf jeden Fall kann gegen die Löcher etwas unternommen werden: Einfach zu Nadel und Faden greifen und man/frau kann sich wieder am T-Shirt erfreuen. Wie es geht seht ihr hier: http://bit.ly/2rH6hTr

Selbstversuch DIY-Waschmittel

Aufbauend auf unserem Blog zum Thema “DIY-Waschmittel”, der die Herstellung sowie die ökologischen Aspekte in der Verwendung von Waschmittel beschreibt,  möchte ich nun die Probe auf´s Exempel machen und starte sogleich einen Selbstversuch. Nachdem ich eine eingefleischte „Weichspüler-Verbraucherin“ bin, die auch diversem Wäscheparfum nicht abgeneigt ist, wird das bestimmt eine kleine Herausforderung.

Herstellung:
Zuallererst beginne ich mit der Herstellung des Waschmittels, bestehend aus Kernseife, Waschsoda sowie heißem Wasser (die genaue Anleitung findet ihr hier). Die Kosten für die Zutaten halten sich in überschaubarem Rahmen, für Seife und Soda zusammen zahle ich nicht mal 4 Euro. Die Seife habe ich bewusst mit Citrus-Duft gewählt, dann benötige ich kein ätherisches Öl mehr und komme (hoffentlich) trotzdem zum gewünschten Duftergebnis. Wer lieber zum ätherischen Öl greift kann sich mit normaler Seife bedienen und ein paar Tropfen Öl ganz am Schluss zum erkalteten Waschmittel hinzufügen.

Ich mische also 25g Kernseife-Flocken mit ½ Liter heißem Wasser, dann kommen 5 EL Waschsoda hinzu und alles wird nun nochmal gründlich vermischt. Ich verwende jeweils die Höchstmenge, nachdem das Wasser in Graz einen hohen Härtegrad aufweist. Bei weichem Wasser kann man genauso gut nur 20g Seife und 3 EL Waschsoda verwenden. Falls du die Wasserhärte deiner Region nicht auswendig kennst, hier ist eine gute Übersichtsliste.

Die Herstellung ist wirklich simpel, in 10 Minuten ist das Waschmittel hergestellt, nun heißt es nur mehr 30 Minuten warten und in dieser Zeit ab und zu umrühren. Danach noch mit ½ Liter heißem Wasser auffüllen, abkühlen lassen – et voila!

Verwendung:
Hält das Waschmittel denn auch, was es verspricht? Oder ist ein großer Unterschied zu herkömmlichem Waschmittel bemerkbar?

Zur Erschwernis habe ich einige Kleidungsstücke dazugegeben, die Flecken haben und dadurch eine besondere Herausforderung darstellen. Ich bin etwas skeptisch, doch das Ergebnis überrascht mich sehr. Die Flecken sind großteils rausgegangen, das hätte auch mein Marken-Waschmittel nicht besser hinbekommen! Außerdem duftet die Wäsche gut nach Zitrone (von der Kernseife) und vermittelt einen generell recht sauberen Eindruck. Nach dem Trocknen der Kleidung probiere ich sie sogleich an. Wenn ich es nicht besser wüsste, wäre mir gar kein Unterschied zu meinen herkömmlichen Waschmitteln aufgefallen. Auch der Weichmacher-Effekt geht mir keineswegs ab.

Aus reiner Neugier bitte ich nun auch meine 2 Mitbewohnerinnen, das DIY-Waschmittel zu verwenden und mir ihre Meinung dazu zu sagen. Nachdem ja doch jeder etwas anders wäscht (anderes Waschprogramm, Temperatur, Umdrehungen) bin ich sehr gespannt. Von beiden bekomme ich eine durchwegs positive Rückmeldung, sodass wir beschließen, das Waschmittel gleich zu dritt zu nutzen – es reicht schließlich locker für uns alle. 🙂

Fazit:
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sich dieses Waschmittel vom Ergebnis her lohnt und erst recht vom Kostenfaktor. Das DIY-Waschmittel ist einfach unschlagbar günstig! Mit der zubereiteten Menge komme ich alleine bestimmt 3-4 Monate aus. Nachdem wir alle jeden Tag mit Kleidung in Berührung kommen, sollte uns etwas daran liegen, den Körper nicht mit übermäßig vielen chemischen Stoffen zu belasten und dadurch Hautirritationen oder gar Allergien auszulösen.  Durch dieses einfache Rezept kann man die künstlichen Stoffe zwar nicht komplett eliminieren, jedoch wenigstens auf ein Minimum reduzieren.

Waschnüsse:
Eine weitere Methode, die ich hier auch noch kurz anführen möchte, sind Waschnüsse. Die Waschnuss ist die Frucht des Seifenbaums, der vor allem in Indien und Nepal beheimatet ist. Die Waschwirkung wird hier durch das Saponin erzielt, das in den Früchten enthalten ist und sich beim Waschvorgang herauslöst. Im Gegensatz zu herkömmlichen Waschmitteln schäumen Waschnüsse bei der Wäsche kaum.

Kostentechnisch schlägt eine 250g Packung aus dem Drogeriemarkt mit €4,50 zu Buche. Für einen Waschgang benötigt man ca. 4-6 der Nüsse, die man in einen Baumwollbeutel füllt und mit der Kleidung bei 30°C bis 90°C mitwäscht. Bei 30°C-Wäsche können die Waschnüsse sogar ein zweites Mal verwendet werden. [1]
So weit, so gut! Nun möchte ich diese seltsamen Nüsse aber auch in der Praxis testen.  Ich stelle die Temperatur auf 60°, damit die Waschnüsse ihre Wirkung voll entfalten können und warte ab.

Fazit:
Beim Aufhängen der Wäsche bemerke ich erstmal, dass die Kleidung – entgegen vieler Meinungen – nicht neutral riecht, sondern einen intensiven, nussigen Geruch hat. Den Geruch empfinde ich persönlich leider als nicht sehr angenehm, ich kann mir jedoch vorstellen, dass die Waschnuss gerade für Allergiker durch ihre rein natürlichen Stoffe hervorragend geeignet ist. Der Stoff der Kleidung fühlt sich weder rau noch unangenehm an. Das Einzige, das mir doch etwas Kopfzerbrechen bereitet ist die Herkunft der Waschnüsse und damit der große ökologische Fußabdruck. Doch heimische Alternativen lassen natürlich nicht lange auf sich warten, unter anderem in Form der Rosskastanie.

Wer von euch nun Gefallen an ökologischen Reinigungsalternativen gefunden hat und experimentierfreudig ist, dem würde ich dieses Buch hier sehr ans Herz legen. In „Ökologisch Blitzblank“ von Manfred Neuhold beschreibt der Autor 150 verschiedene Anleitungen und Rezepte – vom Allzweckreiniger über Waschmittel bis hin zur ökologisch verträglichen Autopflege.[2]

Quellen und weiterführende Informationen:

[1] vlg. http://www.nature.de/artikel/hobby/descript/waschnuss.htm

[2] vlg. https://www.biolindo.at/styria-verlag/oekologisch-blitzblank

Jedes Möbelstück hat eine Geschichte

„Stellt euch einen Baum im Wald vor. Einen Baum am Rande des Waldes.
Der Baum muss sich und die anderen Bäume im Wald vor dem Wind schützen. Seine Struktur passt sich an die Bedingungen an. Der Wald unterstützt ihn.
Die Geschichte vom Baum kommt dann in jedes Holzstück. Somit hat das vom Baum entstandene Möbelstück eine Geschichte, neu oder gebraucht.
Die einzelne Geschichte vom Baum bildet nur ein Ganzes, wenn sie mit den anderen koexistiert.

Was für Andere nicht mehr brauchbar ist, wird von Caritas wieder brauchbar gemacht. Bei Carla werden nicht nur Kleidungstücke abgegeben, sondern auch Sachspenden aller Art und auch bei Haushaltsauflösungen werden Dinge der Wiederverwertung zugeführt. Im Rahmen unseres Praktikums konnte ein Teil unserer Gruppe Einblick in den „Tischlerei-Bereich“ bekommen und einen Tisch aus „alten“ Teilen selbst anfertigen.

Weil der Sinn von Nachhaltigkeit ist es, jedem vergessenen Stück wieder ein Leben zu schenken.

Und der natürliche Kreislauf ist somit geschlossen.“