Vergleich von Textilfasern und deren Trageeigenschaften

Wer sich ein T-Shirt kaufen möchte, kann nicht nur zwischen verschiedenen Farben und Designs, sondern auch zwischen unterschiedlichen Fasern wählen. Diese möchte ich euch in diesem Blogbeitrag näher bringen und mit den verschiedenen Trageeigenschaften vergleichen. Hat doch die Auswahl der Fasern großen Einfluss auf die ökologischen Aspekte…

Die NGO Made-by hat 2011 Textilfasern in einer Studie[1] auf ihre Umweltauswirkungen verglichen. Hier wurden jedoch nur die ökologischen Auswirkungen bis zur frischen Faser mitberücksichtigt, das heißt anschließende Färbe- bzw. Veredelungsprozesse blieben außer Acht. Dennoch möchte ich diese Studie vorstellen, da sie sehr übersichtlich die meistverwendeten Textilfasern in Klassen einteilt und einen guten Überblick gibt, wobei die Klasse A die ökologisch höchstwertige ist. Nun sehen wir uns an welche Fasern es gibt, wie deren Trageeigenschaften sind und wie sie im ökologischen Ranking abschneiden.

Die Einteilung der Textilfasern habe ich am Beispiel von Baumwolle und Bio-Baumwolle, Hanf und Bio-Hanf, Modal by Lenzing, Polyester und recyceltem Polyester vorgenommen.

Textilfasern können aus Naturfasern oder Chemiefasern hergestellt werden.

Naturfasern

Natürliche Textilfasern sind entweder pflanzlichen (Zellulose) oder tierischen (Eiweiß) Ursprungs. Zu den tierischen Fasern zählen Wolle und Seide, sie werden in diesem Beitrag nicht näher behandelt.

Pflanzliche Fasern

sind unter anderem Baumwolle, Hanf, Leinen, Kapok, Jute, Nessel.

  • Baumwolle

1kg Baumwollstoff benötigt im weltweiten Durchschnitt 11.000 Liter Wasser. In  Indien sind es beispielsweise bis zu 23.000 Liter.

Trageeigenschaften der Baumwollfaser:
·         Hautfreundlichkeit
·         Hohe Feuchtigkeitsaufnahme
·         Atmungsaktiv
·         Geringe Elastizität – knittert stark
·         Feine und weiche Fasern

Die Baumwolle hat nach wie vor ein positives und natürliches Image, nicht zuletzt aufgrund ihrer Trageeigenschaften. Sie ist die meistgenutzte natürliche Faser, 1/40 der weltweiten Ackerflächen werden mit Baumwolle bebaut. Dennoch belastet die Produktion die Umwelt massiv. Konventionelle Baumwolle (ca. 99,5% der Weltproduktion) benötigt enorm viel Wasser, Pflanzenschutzmittel, synthetische Dünger sowie Totalherbizide, welche im großen Maßstab eingesetzt werden. Etwa ¼ der weltweit auf Ackerflächen gesprühten Insektizide landen auf Baumwollfeldern. [2]

Hinzu kommt der Verlust an Biodiversität durch Monokulturen, sowie der enorme Einsatz an gentechnisch veränderten Pflanzen (fast die Hälfte aller Baumwollpflanzen).[3]

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass konventionelle Baumwolle sehr hohe Umweltauswirkungen besitzt, darum befindet sie sich auch in der Klasse E. Demgegenüber ist biologische Baumwolle auf jeden Fall vorzuziehen (Klasse B), da hier auf einen geringeren Wasserverbrauch sowie den Verzicht auf Pestizide, Herbizide, Kunstdünger geachtet wird. Außerdem wird auf Gentechnik verzichtet. Abwechselnde Fruchtfolge und organische Düngung stehen im Vordergrund. Jedoch ist auch bei Bio-Baumwolle der Wasser- und Flächenverbrauch im Vergleich sehr hoch.

  • Hanf

Für die Produktion von 1kg Hanfstoff wird im weltweiten Durchschnitt 1.000 bis 2.500 Liter Wasser verbraucht (ebenso für Leinen). Die Fasern werden aus den Stängeln der Hanfpflanze gewonnen.

Bezogen auf die Umweltauswirkungen in der Faserherstellung schneidet Hanf sehr gut ab. Konventioneller Hanf liegt in Klasse C und biologischer Hanf in Klasse A. (Ich möchte erneut hinweisen, dass die obige Studie bloß einen Anhaltspunkt darstellen soll, sie stellt keine vollständige Lebenszyklusanalyse dar). Das positive Abschneiden von Hanffasern liegt in der Robustheit der Pflanze, dem schnellen Wachstum und dem geringen Wasserbedarf. Hanf ist eine relativ anspruchslose Pflanze mit wenigen Schädlingen, daher der geringe Dünger- und Pestizideinsatz. Auch der Energieeinsatz in der Produktion beträgt bloß 2/3 der Baumwollproduktion. Der Nachteil der Hanffaser ist, dass sie sich, wenn sie in Reinform in der Bekleidung vorkommt, etwas kratzig auf der Haut anfühlen kann (was meiner Meinung nach ein weit verbreitetes Vorurteil ist). Dem wird durch Mischungen mit Leinen oder Baumwolle vorgebeugt. Außerdem werden durch neue Spinn- und Webverfahren laufend Verbesserungen in der Tragequalität erzielt. Hanf und Leinen zählen zu den ökologischsten Naturfasern und sind demnach sehr empfehlenswert.[4]

Trageeigenschaften der Hanffaser:
·         Kühles Tragegefühl
·         Geringe Elastizität – knittert stark
·         Robustheit, Strapazierfähigkeit
·         Geringere Feinheit und Weichheit

 

 

Chemiefasern

Zur Herstellung von Chemiefasern werden cellulosische oder synthetische Polymere verwendet. Kunstfasern stellen den größten Teil der Textilfasern dar.


Abbildung: Entwicklung der Produktionsmengen und der Anteil der Faserarten von 1900 bis 2006
Quelle: WWF – Hintergrundinformation Bekleidung und Umwelt [5]

Cellulosische Polymere

Zellulosefasern, manchmal auch natürliche Chemiefasern genannt, werden aus der in Holz enthaltenen Zellulose hergestellt. Zu den cellulosischen Chemiefasern zählen Viskose, Tencel, Lyocell, u.a.

  • Modal by Lenzing (Edelweiss Fibre Technology)

Die österreichische Firma Lenzing, einer der Marktführer in der cellulosischen Chemiefaserherstellung, hat durch innovative Technologien große Erfolge in der ökologischen Faserherstellung erzielt.

Im Vergleich zu Baumwolle, wird in der Produktion bis zu Zwanzigmal weniger Wasser verbraucht. Der Rohstoff für Lenzing Modal ist ausschließlich Buchenholz. Künstliche Bewässerung sowie Pestizideinsatz sind demnach nicht vorhanden. Der Flächenbedarf zur Produktion einer Tonne Modalfasern liegt bei 0,7ha pro Jahr, der von Baumwolle entspricht im weltweiten Durchschnitt 1,07ha[6] Die Verfahren zur Gewinnung von Modal sind besonders umweltschonend und weisen maximale Kreislaufschließung auf, des weiteren werden die anfallenden Nebenprodukte, wie Essigsäure oder Natriumsulfat als Input für andere Industrien verwendet.

In der made-by Studie handelt es sich nicht um Lenzing Modal, deshalb können wir Lenzing Modal hier nicht in einer Klasse mit den anderen Fasern vergleichen. Jedoch scheint Tencel by Lenzing in Klasse B auf, eine weitere patentierte Faser der Firma Lenzing, für welche das Unternehmen den europäischen Umweltaward für die annähernd perfekte Kreislaufschließung des Lösungsmittels erhalten hat.

Trageeigenschaften von Modal by Lenzing
·         Gute Saugfähigkeit
·         Hohe Elastizität – knitterarm
·         Robustheit
·         Hautfreundlichkeit, hygienisch
·         Atmungsaktiv
·         Keine Wärmespeicherung

 

Synthetische Polymere

Hier wird Erdöl als Ausgangsprodukt chemisch umgewandelt und zu Fasern verarbeitet, diese Technologie wurde in den 1930er Jahren entwickelt. Synthetische Chemiefasern stellen heute den größten Teil der weltweiten Textilfaserproduktion dar.

  • Polyester

Fast 2/3 der verwendeten Chemiefasern sind Polyester.[7] Im Vergleich zu Baumwolle stoßen Kunstfasern doppelt so viele Emissionen aus. Dafür ist der Wasserverbrauch geringer und der Pestizidausstoß sowie der Flächenbedarf spielen keine Rolle.

Jedoch sehr problematisch ist die Ablösung von kleinsten Kunststoffteilchen während des Waschgangs, welche im Meer landen, da sie von der Waschmaschine selbst sowie der Kläranlage nicht herausgefiltert werden können (Studie Mark Browne, 2012). Vermutet wird, dass ein großer Teil des Mikroplastikmülls übers Waschen im Meer landet.[8]

Trageeigenschaften von Polyester
·         Sehr elastisch – knittert kaum
·         Formstabilität
·         Reißfestigkeit und Strapazierfähigkeit
·         Trocknet schnell und ist sehr leicht
·         Nimmt kaum Feuchtigkeit auf
·         Lädt sich elektrostatisch auf

 

  • Recyceltes Polyester

Wesentlich umweltfreundlicher in der Herstellung als andere Kunstfasern sind die recycelten Kunstfasern aus PET Flaschen. Aus etwa 25 PET Flaschen kann eine neue Fleecejacke entstehen. In der Herstellung wird nur sehr wenig Wasser benötigt, außerdem trägt die Verwendung der PET Flaschen zur Reduzierung des PET Flaschen Mülls bei und es wird kein neues Rohmaterial verwendet [9]. Der made-by Faser Benchmark stuft diese Faser in die Kategorie A ein, was auch mit ein Grund ist, dass recyceltes Polyester mittlerweile auch von namhaften Naturbekleidungsversandhäusern, wie hessnatur verwendet wird. Ein weiterer Vorteil ist die erneute Rezyklierbarkeit, so kann aus einem alten T-Shirt wieder ein neues entstehen (jedoch wird dies zum größten Teil in Asien durchgeführt, weswegen der Transport ins Gewicht schlägt). Negativ zu veranschlagen ist, dass ein entledigtes Kleidungsstück im Vergleich zu Bio-Baumwolle nicht kompostierbar ist und sich nicht zersetzt. Die Trageeigenschaften gleichen denen von Polyester.

 

Zusammenfassende Umweltprobleme unterschiedlicher Faserarten:

 

Faserart Umweltprobleme
Baumwolle Pestizide, Düngemittel, Entlaubungsmittel, Gentechnik, mittlerer Energieverbrauch, sehr hoher Wasserverbrauch
Bio-Baumwolle Hoher Wasser- und Flächenverbrauch, mittlerer Energieverbrauch
Hanf Teilweiser Einsatz von Düngemitteln sowie Pestiziden, mittlerer Energieverbrauch, evtl. Wasserröste
Bio-Hanf Niedriger Energieverbrauch, niedriger Wasserverbrauch
Modal by Lenzing Mittlerer Energieverbrauch
Polyester (Garn) Schwermetalle, sehr hoher Energie-, hoher Wasserverbrauch, Erdöl als Ausgangsstoff, Partikel können durch Waschen im Meer landen
Recycelte Fasern Mittlerer Energieverbrauch, Partikel können durch Waschen im Meer landen

Quelle der Abb.: Textilbroschüre „die umweltberatung“ 2014[10]; eigene Darstellung

 

QUELLEN:
[1] vgl. made-by.org

[2] vgl. http://virtuelles-wasser.de/baumwolle.html

[3] vgl. https://www.wwf.de/fileadmin/fm-wwf/Publikationen-PDF/HG__Bekleidung_Umwelt_BB_JE_06_2010.pdf

[4] vgl. http://www.kirstenbrodde.de/?p=1546

[5] vgl. https://www.wwf.de/fileadmin/fm-wwf/Publikationen-PDF/HG__Bekleidung_Umwelt_BB_JE_06_2010.pdf

[6] vgl. http://www.lenzing.com/sites/nh08/html/2_2.htm

[7] vgl. cleanclothes.at ethical-fashion guide

[8] vgl. http://www.br.de/radio/bayern1/inhalt/experten-tipps/umweltkommissar/baumwolle-kunstfaser-kleidung-umwelt-100.html

[9] vgl. http://www.br.de/radio/bayern1/inhalt/experten-tipps/umweltkommissar/baumwolle-kunstfaser-kleidung-umwelt-100.html

[10] vgl. https://www.bigtex.de/magazin/textilkunde-alles-rund-um-fasern-und-stoffe/a-5086/

26. Juni 2017, 16:00 – 19:30 Uhr Fair Fashion Festl inkl. Kleidertauschparty

Ihr habt einen vollen Kleiderschrank und trotzdem nichts zum Anziehen? Ihr seid an fairer Mode interessiert oder wolltet schon immer eine Modenschau live sehen? Das Fair Fashion Festl bietet dazu ein buntes Rahmenprogramm. Zusätzlich könnt ihr in euren Kleiderschrank neuen Schwung bringen, ohne tief in die Tasche zu greifen. Was erwartet euch?

Eine Kleidertauschbörse wo ihr eure Platzhüter im Kleiderschrank gegen neue Lieblingsstücke tauschen könnt. Eine Fair Fashion Modenschau in der Grazer Shops wie die Göttin des Glücks, Apflbutzn und viele mehr ihre aktuellen Kollektionen vorstellen. Ein Buffet, das für jeden Geschmack etwas zu bieten hat.
Die Weltpremiere des offiziellen Global Studies T-Shirt. Eine Upcycling Station, die kaputte Kleidungsstücke zu einzigartigen Einzelteilen macht. Gewinnspiele. Sowie viele Infos rund um Faire Mode.

Programmpunkte #FairFashionFestl Graz, 26. Juni 2017
Ab 16:00 Kleidertausch, Interaktiver Infopoint mit Infos für Groß und Klein, Upcycling Station – aus Alt mach Neu, Buffet
18:00 Uhr: Fair Fashion Modenschau

Ihr findet uns am 26. Juni 2017 im Landhaushof mitten im Herzen der Grazer Innenstadt.
Wir freuen uns auf euer Kommen!!! 😊

 

Für alle Interessierten der Kleidertauschbörse – hier ist der genaue Ablauf:

Bei der Kleidertauschparty haben Jung und Alt die Möglichkeit, neuen Schwung in ihre Kleiderschränke zu bringen – gut fürs Budget, die Umwelt und das Gewissen (alle übrig gebliebenen Teile gehen an Carla, die Second-Hand-Läden der Caritas).

So funktioniert’s:

Step 1:
Bevor das große Tauschen beginnt, könnt ihr eure Kleidung eine Woche vor dem Kleidertausch bei der Karl-Franzens-Universität abgeben.

  • 20. Juni, 13 bis 16 Uhr: Praxismesse Global Studies (RESOWI, SR 15.24) & 16 bis 19 Uhr: ÖH Getränkestand, KF-Uni Graz
  • 21. & 22. Juni, 16 bis 19 Uhr: ÖH Getränkestand der KF-Uni Graz

Wenn du an diesen Tagen keine Zeit oder Lust hast, dann kannst du deine Kleidung natürlich auch direkt zum Fair Fashion Festl mitbringen und direkt vor Ort eintauschen. Auch ohne Kleidung zum Tauschen bist du natürlich ♥lich zum Fest eingeladen und hast hier die Möglichkeit, dich auf die Suche nach neuen Lieblingsstücken zu machen.

Step 2:
Mitgebracht werden kann alles, das sauber und in gutem gewaschenem Zustand ist.
Was bitte zu Hause bleibt: Unterwäsche, einzelne Socken/Schuhe, kaputte oder schmutzige Kleidung.

Step 3:
Wir wiegen deine mitgebrachte Kleidung ab und du bekommst je nach Gewicht einen Bon, den du dann bei der Kleidertauschparty am Fair Fashion Festl gegen „neue“ Kleidung eintauschen kannst. Zum Beispiel: Du bringst 3 kg Kleidung mit, bekommst einen Bon für 3 kg und kannst dann wieder 3 kg mit nach Hause nehmen. Ohne Bon kannst du gegen eine freiwillige Spende zu deinem neuen Outfit kommen.

Step 4:
Gutes tun: Was von eurer Kleidung übrig bleibt und keineN neueN BesitzerIn findet, kommt automatisch in die Secondhand-Läden der Carla.

Wir freuen uns schon sehr auf euch!!

Mehr zum Event erfährt ihr hier:
https://www.facebook.com/events/467261880332874/?ref=br_rs
https://www.facebook.com/events/1725106690836916/?ref=br_rs

Selbstversuch DIY-Waschmittel

Aufbauend auf unserem Blog zum Thema “DIY-Waschmittel”, der die Herstellung sowie die ökologischen Aspekte in der Verwendung von Waschmittel beschreibt,  möchte ich nun die Probe auf´s Exempel machen und starte sogleich einen Selbstversuch. Nachdem ich eine eingefleischte „Weichspüler-Verbraucherin“ bin, die auch diversem Wäscheparfum nicht abgeneigt ist, wird das bestimmt eine kleine Herausforderung.

Herstellung:
Zuallererst beginne ich mit der Herstellung des Waschmittels, bestehend aus Kernseife, Waschsoda sowie heißem Wasser (die genaue Anleitung findet ihr hier). Die Kosten für die Zutaten halten sich in überschaubarem Rahmen, für Seife und Soda zusammen zahle ich nicht mal 4 Euro. Die Seife habe ich bewusst mit Citrus-Duft gewählt, dann benötige ich kein ätherisches Öl mehr und komme (hoffentlich) trotzdem zum gewünschten Duftergebnis. Wer lieber zum ätherischen Öl greift kann sich mit normaler Seife bedienen und ein paar Tropfen Öl ganz am Schluss zum erkalteten Waschmittel hinzufügen.

Ich mische also 25g Kernseife-Flocken mit ½ Liter heißem Wasser, dann kommen 5 EL Waschsoda hinzu und alles wird nun nochmal gründlich vermischt. Ich verwende jeweils die Höchstmenge, nachdem das Wasser in Graz einen hohen Härtegrad aufweist. Bei weichem Wasser kann man genauso gut nur 20g Seife und 3 EL Waschsoda verwenden. Falls du die Wasserhärte deiner Region nicht auswendig kennst, hier ist eine gute Übersichtsliste.

Die Herstellung ist wirklich simpel, in 10 Minuten ist das Waschmittel hergestellt, nun heißt es nur mehr 30 Minuten warten und in dieser Zeit ab und zu umrühren. Danach noch mit ½ Liter heißem Wasser auffüllen, abkühlen lassen – et voila!

Verwendung:
Hält das Waschmittel denn auch, was es verspricht? Oder ist ein großer Unterschied zu herkömmlichem Waschmittel bemerkbar?

Zur Erschwernis habe ich einige Kleidungsstücke dazugegeben, die Flecken haben und dadurch eine besondere Herausforderung darstellen. Ich bin etwas skeptisch, doch das Ergebnis überrascht mich sehr. Die Flecken sind großteils rausgegangen, das hätte auch mein Marken-Waschmittel nicht besser hinbekommen! Außerdem duftet die Wäsche gut nach Zitrone (von der Kernseife) und vermittelt einen generell recht sauberen Eindruck. Nach dem Trocknen der Kleidung probiere ich sie sogleich an. Wenn ich es nicht besser wüsste, wäre mir gar kein Unterschied zu meinen herkömmlichen Waschmitteln aufgefallen. Auch der Weichmacher-Effekt geht mir keineswegs ab.

Aus reiner Neugier bitte ich nun auch meine 2 Mitbewohnerinnen, das DIY-Waschmittel zu verwenden und mir ihre Meinung dazu zu sagen. Nachdem ja doch jeder etwas anders wäscht (anderes Waschprogramm, Temperatur, Umdrehungen) bin ich sehr gespannt. Von beiden bekomme ich eine durchwegs positive Rückmeldung, sodass wir beschließen, das Waschmittel gleich zu dritt zu nutzen – es reicht schließlich locker für uns alle. 🙂

Fazit:
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sich dieses Waschmittel vom Ergebnis her lohnt und erst recht vom Kostenfaktor. Das DIY-Waschmittel ist einfach unschlagbar günstig! Mit der zubereiteten Menge komme ich alleine bestimmt 3-4 Monate aus. Nachdem wir alle jeden Tag mit Kleidung in Berührung kommen, sollte uns etwas daran liegen, den Körper nicht mit übermäßig vielen chemischen Stoffen zu belasten und dadurch Hautirritationen oder gar Allergien auszulösen.  Durch dieses einfache Rezept kann man die künstlichen Stoffe zwar nicht komplett eliminieren, jedoch wenigstens auf ein Minimum reduzieren.

Waschnüsse:
Eine weitere Methode, die ich hier auch noch kurz anführen möchte, sind Waschnüsse. Die Waschnuss ist die Frucht des Seifenbaums, der vor allem in Indien und Nepal beheimatet ist. Die Waschwirkung wird hier durch das Saponin erzielt, das in den Früchten enthalten ist und sich beim Waschvorgang herauslöst. Im Gegensatz zu herkömmlichen Waschmitteln schäumen Waschnüsse bei der Wäsche kaum.

Kostentechnisch schlägt eine 250g Packung aus dem Drogeriemarkt mit €4,50 zu Buche. Für einen Waschgang benötigt man ca. 4-6 der Nüsse, die man in einen Baumwollbeutel füllt und mit der Kleidung bei 30°C bis 90°C mitwäscht. Bei 30°C-Wäsche können die Waschnüsse sogar ein zweites Mal verwendet werden. [1]
So weit, so gut! Nun möchte ich diese seltsamen Nüsse aber auch in der Praxis testen.  Ich stelle die Temperatur auf 60°, damit die Waschnüsse ihre Wirkung voll entfalten können und warte ab.

Fazit:
Beim Aufhängen der Wäsche bemerke ich erstmal, dass die Kleidung – entgegen vieler Meinungen – nicht neutral riecht, sondern einen intensiven, nussigen Geruch hat. Den Geruch empfinde ich persönlich leider als nicht sehr angenehm, ich kann mir jedoch vorstellen, dass die Waschnuss gerade für Allergiker durch ihre rein natürlichen Stoffe hervorragend geeignet ist. Der Stoff der Kleidung fühlt sich weder rau noch unangenehm an. Das Einzige, das mir doch etwas Kopfzerbrechen bereitet ist die Herkunft der Waschnüsse und damit der große ökologische Fußabdruck. Doch heimische Alternativen lassen natürlich nicht lange auf sich warten, unter anderem in Form der Rosskastanie.

Wer von euch nun Gefallen an ökologischen Reinigungsalternativen gefunden hat und experimentierfreudig ist, dem würde ich dieses Buch hier sehr ans Herz legen. In „Ökologisch Blitzblank“ von Manfred Neuhold beschreibt der Autor 150 verschiedene Anleitungen und Rezepte – vom Allzweckreiniger über Waschmittel bis hin zur ökologisch verträglichen Autopflege.[2]

Quellen und weiterführende Informationen:

[1] vlg. http://www.nature.de/artikel/hobby/descript/waschnuss.htm

[2] vlg. https://www.biolindo.at/styria-verlag/oekologisch-blitzblank

Designvoting für Global-Studies – T-Shirt – ERGEBNIS!

UPDATE:

Das Voting für unser Global Studies- T-Shirt ist abgeschlossen – wir bedanken uns bei euch allen für die rege Teilnahme!

Und der Gewinner ist: Design Nr. 3!!

Weitere Vorgehensweise: Das Logo werden wir nun noch etwas verfeinern/anpassen. Danach legen wir noch die endgültigen Farben der T-Shirts fest, damit das Logo gut zur Geltung kommt.
Die T-Shirts werden weiters manuell per Siebdruckverfahren in Kooperation mit der Firma Apflbutzn bedruckt.

Das Ergebnis stellen wir bei unserem Abschlussevent am 26.6.2017 im Landhaushof Graz vor.  🙂

 

 

 

Dein Voting über das zukünftige Design des T-Shirts für den Masterstudiengang  Global Studies ist gefragt!

Die Entwürfe stammen von Global Studies-Studierenden, die die Logos im Rahmen des Projekts „Das globale T-Shirt“ designt haben. Das Gewinner-Shirt wird daraufhin von uns in Kooperation mit der Firma Apflbutzn im Siebdruckverfahren bedruckt und am 26.06.2017 im Landhaushof Graz präsentiert.

Stimme jetzt ab, deine Meinung ist uns wichtig! Das Voting läuft bis 30.04.2017!

 Design 1  
 Design 2  
 Design 3
 Design 4


* Die endgültigen Farben des T-Shirts werden erst nach dem Voting auf das Logo abgestimmt.

Wie viel Wasser braucht ein T-Shirt?

Wenn man in seinen Kleiderschrank sieht, so wird wahrscheinlich jede/r dort ein paar T-Shirts aus Baumwolle vorfinden. Die meisten unter uns denken nicht wirklich viel darüber nach, woher diese T-Shirts stammen und welche Schritte durchlaufen werden müssen, damit wir uns eines dieser T-Shirts überstreifen können. Auch der Gedanke an den Wasserverbrauch kommt den meisten nicht wirklich in den Sinn, wenn sie sich morgens anziehen.

Bei einem durchschnittlichen Waschgang werden zwischen 45 und 60 Liter Wasser verbraucht[1]. Klar, das ist nicht so wenig, aber wie verhält sich diese Zahl im Vergleich mit jener, die den gesamten Herstellungsprozess eines Baumwoll-T-Shirts umfasst?

Im Hinblick auf den Wasserverbrauch während des gesamten Herstellungsprozesses müssen zuallererst die Begriffe des virtuellen Wassers sowie des Wasser-Fußabdrucks erklärt werden:

Der Begriff virtuelles Wasser wurde erstmals Mitte der 90er-Jahre vom englischen Geografen John Allan verwendet und die Bezeichnung Wasser-Fußabdruck wurde 2002 von A.Y. Hoekstra in Anlehnung an den Ökologischen Fußabdruck vorgestellt. Der Wasser-Fußabdruck bezieht sich auf die gesamte Wassermenge, die von den Einwohnern eines Landes durch den Konsum von Produkten und Dienstleistungen konsumiert wird. Aufgeteilt wird der Konsum in den internen und den externen Wasser-Fußabdruck. Virtuelles Wasser ist Teil des externen Wasser-Fußabdrucks, d.h. alles Wasser, das durch den eigenen Konsum eines Landes importiert wird. Der interne Wasser-Fußabdruck bezieht sich auf die Nutzung der heimischen Wasservorkommen für die Produktion von Gütern im Inland.

Da Baumwolle in unseren Breitengraden nicht sonderlich gut gedeiht, wird sie in anderen Ländern angebaut und durch globale Arbeitsteilung auch in anderen Ländern verarbeitet. Bei der Herstellung eines Baumwoll-T-Shirts sind also verschiedene Quellen an virtuellem Wasser beteiligt. Alles, was tatsächlich bei der Herstellung eines T-Shirts an Wasser verbraucht wird, fließt in diese Rechnung mit ein. Im Falle der Baumwollproduktion umfasst dies sowohl die Bewässerung der Felder, die Reinigung der Baumwolle sowie die anschließende Veredelung der Stoffe. Auf diese Art und Weise werden für die Herstellung eines Baumwoll-T-Shirts mit 250 Gramm durchschnittlich 2.495 Liter Wasser verwendet. Um dies in Relation zu setzen: In eine Badewanne passen 150 bis 180 Liter Wasser. Die Zahl für eine Jeans mit 800 Gramm ist mit 8.000 Litern Wasser gleich um ein Vielfaches höher. Pro Kilo Baumwollfaser kann also mit 10.000 Litern virtuellem Wasser gerechnet werden[2].

Infografik_Wasserverbrauch

Beim Anblick dieser Zahlen muss man jedoch hervorheben, dass es sich hierbei um weltweite Durchschnittswerte handelt und dass sich diese je nach Region massiv unterscheiden können. So werden pro Kilogramm Baumwolle in China nur 6.000 Liter Wasser verbraucht, wobei in Usbekistan pro Kilo 9.200 Liter und in Indien 22.500 Liter verbraucht werden[2]. Diese regionalen Unterschiede können zu verheerenden Folgen führen. So zum Beispiel in Zentralasien, wo es aufgrund der exzessiven Entnahme von Wasser aus dem Aralsee beinahe zu dessen Austrocknung gekommen wäre.

Diese Punkte zeigen uns, dass die Herstellung unseres einfachen Baumwoll-T-Shirts wesentlich weitere Wellen schlägt, als man denkt. Aus diesem Grund sollte man nachhaltig agieren und sich bewusst werden, wie viele Ressourcen in allem stecken, was uns umgibt.

Quellen und nützliche Links:

[1]Forum Hausgeräte. (08.09.2010). „Vom sorgsamen Umgang mit Wasser“. [Online] https://www.bewusst-haushalten.at/fakten/waschen-trocknen/wie-viel-strom-verbraucht-eine-waschmaschine/wie-viel-wasser-verbraucht-eine-waschmaschine/ [04.04.2017].

[2]Water Footprint Network. (o.A.). „Cotton“. [Online]
http://waterfootprint.org/en/resources/interactive-tools/product-gallery/ [04.04.2017].

Hackenauer, Wolfgang. (08.09.2010). „Water Footprint“. [Online] http://www.qualityaustria.com/index.php?id=2602 [04.04.2017].

Universum Kommunikation und Medien AG. (12.2011). „Virtuelles Wasser in der Textilindustrie“. [Online] http://www.jugend-und-bildung.de/files/860/AB_Stoffwechsel_virtuelles_wasser.pdf [04.04.2017].

Vereinigung Deutscher Gewässerschutz e.V. (o.A.). „Der Wasserfußabdruck“. [Online] http://virtuelles-wasser.de/wasserfussabdruck.html [04.04.2017].

Zittlau, Jörg. (19.03.2010). „2000 Liter Wasser für ein T-Shirt“. [Online] https://www.welt.de/welt_print/wissen/article6839727/2000-Liter-Wasser-fuer-ein-T-Shirt.html [04.04.2017].