Ökologischer Fußabdruck unserer Kleidung

Über die Unmengen an Wasser, welche die Produktion und Nutzung eines einzigen T-Shirts verbraucht, haben wir in diesem Blog schon berichtet. Wie steht es nun aber um den ökologischen Fußabdruck von unserer Kleidung – sieht die Sache hier genauso verheerend aus, oder ist Wasser die einzige Ressource, die in so großen Mengen benötigt wird, um von den Rohmaterialien zum fertigen Produkt zu gelangen?! Dieser Frage wollen wir in dem vorliegenden Beitrag auf den Grund gehen.

Zunächst müssen wir aber verstehen, worum es sich beim ökologischen Fußabdruck eigentlich handelt. Was sagt er aus? Wie wird er berechnet? Für all jene, die dies noch nicht wissen, hier eine kurze Erklärung: Der ökologische Fußabdruck ist eine Maßzahl, deren Berechnung 1994 von William Rees und Mathis Wackernagel entwickelt wurde. Anhand dieser Zahl kann festgestellt werden, wie hoch der Flächenanteil des Planeten Erde ist, der benötigt wird, um den menschlichen Ressourcenverbrauch zu decken. So kann die berechnete Fläche beispielsweise aufzeigen, wie viele Erden nötig wären, um den exzessiven Ressourcenverbrauch, den viele Menschen heutzutage betreiben, zu ermöglichen. Gleichzeitig kann der ökologische Fußabdruck aber auch für jede einzelne Person oder für ein bestimmtes Produkt individuell berechnet werden. Die jeweilige Fläche wird in Globalen Hektar (gha) angegeben.

Tipp: Das Bundesministerium für Land und Forstwirtschaft bietet unter dem Link http://www.mein-fussabdruck.at/ einen Onlinerechner für den eigenen Fußabdruck an, anhand dessen man seine Lebensweise mit der anderer vergleichen kann. Schon vorweggenommen: der Durchschnittsverbrauch eines Österreichers/einer Österreicherin beträgt 5,3 gha, wobei pro Bewohner eigentlich nur 1,7 gha pro Jahr zur Verfügung stehen [1], [2].

Ökologischer Fußabdruck1

Nun, wo wir wissen, worum es sich beim ökologischen Fußabdruck, auch Ecological Footprint genannt, handelt, wollen wir uns ansehen, wie es um die Produktion unserer Kleidung steht. Stellen wir uns dafür ein Baumwollshirt vor, das um die 200g wiegt. Um die Baumwolle für dieses eine Shirt zu erhalten, wird rund ein halbes Kilo Rohbaumwolle gebraucht [3]. Um diese Menge an Baumwolle anzubauen, werden durchschnittlich ca. 7m² Landfläche benötigt, was von Sorte zu Sorte und von Land zu Land stark schwankt [4]. Sieben Quadratmeter Land braucht es also schon allein für die Rohstofferzeugung eines normalen Baumwollshirts. Um zum fertigen Produkt zu gelangen, fehlen aber noch etliche Schritte wie das Vernähen der Stoffe, der Transport vom Herstellungsland bis in die Geschäfte und das Waschen der Kleidung durch den Verbraucher. All diese Schritte verbrauchen verschiedene Mengen an Energie und so werden zusammengerechnet knapp 11 Kilogramm CO2 im Leben eines Baumwollshirts ausgestoßen [5]. Um diese Energie zu erzeugen, wird wiederum Fläche benötigt. Weiters dazu kommt die Fläche, die beispielsweise an Wäldern benötigt wird, um das emittierte CO2 wieder zu kompensieren. Rechnet man nun alle diese Flächen auf die Kleidung, die ein durchschnittlicher Österreicher besitzt, auf, kommt man auf eine beachtliche Fläche von ca. 0,6 gha. Diese Zahl mag zwar klein erscheinen, doch stellt sie ein Achtel der Gesamtfläche dar, die ein Österreicher/eine Österreicherin durchschnittlich verbraucht.

Ökologischer Fußabdruck2

Auch wenn im Durchschnitt Lebensmittel mit 33% den größten Anteil unseres gesamten ökologischen Fußabdruckes ausmachen und auf die Kleidung mit 3% der hingegen geringste Anteil entfällt [6], sollte auch dieser kleine Teil auf keinen Fall unberücksichtigt bleiben. Denn jede bewusste Veränderung unseres Lebensstils und Konsumverhaltens kann dazu beitragen, dass wir länger etwas von unserem Planeten haben, der nun mal der einzige ist, auf dem das Leben so lebenswert ist.

Quellen:

[1] http://www.footprint.at/fileadmin/zf/dokumente/footprint_broschuere_2013.pdf

[2] http://www.fussabdruck.de/oekologischer-fussabdruck/ueber-den-oekologischen-fussabdruck/

[3] http://www.stäudel.de/schriften_LS/305%20UCh_127_Oekolog_Rucksack.pdf

[4] https://de.statista.com/statistik/daten/studie/444864/umfrage/ertrag-je-hektar-anbauflaeche-von-baumwolle-weltweit-nach-laendern/

[5] https://www.verbund.com/de-at/blog/blog-artikel/2012/10/03/energie-fussabdruck-shirt-bekleidung-ressourcen

[6] http://www.pearltrees.com/yvonnem/mensch-umwelt-andern-konnen/id13520518/item136062171

http://www.mein-fussabdruck.at/

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