Graz setzt ein Zeichen für Nachhaltigkeit!

 

Was steckt hinter meinem T-Shirt?

T-Shirt

Da der Umweltzirkus leider kurzfristig abgesagt wurde, wir euch aber die Infos die hinter einem T-Shirt stecken nicht vorenthalten wollen, haben wir unser riiiiesen T-Shirt in das Geschäft Chic Ethik verlagert und würden uns sehr freuen, wenn du vorbeischauen würdest. Auch wenn du auf einem anderen Weg hier hergefunden hast: Hier gibt’s nochmal die einzelnen Infos aus unserem Info-T-Shirt zum Nachlesen:

Wenn du im Geschäft ein T-Shirt um 20 € kaufst, dann gehen davon 12 Cent an die Näherin oder den Näher, das sind 0,6 Prozent (!!). Ein Großteil des Gewinns fällt an den Handel. Die NäherInnen arbeiten für unregelmäßige und sehr niedrige Löhne und haben eine Arbeitswoche von bis zu 126 Stunden. Erschwerend kommt hinzu, dass es in den Produktionsstätten oft zu sexuellen Übergriffen kommt, vor denen sie sich kaum wehren können, da keine Gewerkschaften zum Schutz der ArbeiterInnen gegründet werden dürfen.

Rund 6 Prozent des weltweiten Süßwasserverbrauchs entfallen auf die Baumwollbewässerung. Für die Menschen bedeutet das in vielen Teilen der Welt Trinkwasserknappheit, Luftverschmutzung und Verlust von Lebensraum. Ein Beispiel dafür ist der Aralsee in Zentralasien, der durch Wasserentnahmen, die unter anderem der Baumwollbewässerung dienen, massiv geschrumpft ist. Für die dort angesiedelten Menschen führt das zu einer Verschlechterung der Luft und zur Zerstörung der Fischerei, die als Wirtschaftsgrundlage diente.

Nähere Infos findest du zum Beispiel unter diesem Link.

GOTS (Global Organic Textile Standard) gibt einen Standard für die umwelttechnischen und sozialen Anforderungen in der gesamten textilen Produktionskette vor. Er soll die Anforderungen für die nachhaltige Herstellung von Textilien garantieren, angefangen von der Rohstoffgewinnung, bis hin zu sozialen Kriterien.
Was garantiert GOTS? (Auszüge)
Die Textilien müssen zumindest zu 70 Prozent aus in kontrolliert biologischem Anbau erzeugten Naturfasern bestehen.
Die chemischen Zusätze (Farbstoffe, etc.) werden geprüft und müssen bestimmte Anforderungen bezüglich Toxizität und biologischer Abbaubarkeit erfüllen.
Die Betriebe müssen über ein Umweltschutzprogramm mit Zielen zur Verringerung der Abfälle und Abwässer verfügen.
Die HerstellerInnen und VerarbeiterInnen müssen für ihre Angestellten soziale Kriterien erfüllen (basierend auf Richtlinien der Internationalen Arbeitsorganisation ILO). Zum Beispiel müssen Mindestlöhne, sichere Arbeitsbedingungen und begrenzte Arbeitszeiten gewährleistet werden.
Die Faserproduzenten müssen mit internationalen Standards zur ökologischen Landwirtschaft zertifiziert sein.

Mehr Infos unter den folgenden Link.

Wie viel Baumwolle steckt in einem 100 Prozent Baumwoll-Shirt?
73 % Baumwolle
2 % Polyacryl
8 % Farbstoffe
14 % Formaldehydharz
3 % Weichmacher
0,3 % optische Aufheller
Also 100 % Baumwolle heißt nicht 100% Baumwolle.

In vielen Fabriken werden Frauen während ihrer Menstruation am Arbeitsplatz diskriminiert. Die ArbeiterInnen haben nicht die Möglichkeit in Krankenstand zu gehen und sie werden selbst während der Arbeitszeit daran gehindert, Sanitäranlagen aufzusuchen. Menschenrechtsverletzungen sind für Frauen in Sweatshops („textile Ausbeutungsbetriebe“) aufgrund ihrer Menstruation bzw. Menstruationsbeschwerden keine Seltenheit.
Nähere Infos zu den Arbeitsbedingungen.

Welchen Weg hat mein T-Shirt zurückgelegt?
Von Indien in meinen Kleiderschrank: Unsere Kleidung besteht hauptsächlich aus Baumwolle, die häufig in Indien geerntet wird, dann geht es weiter in die Türkei zum Waschen und Spinnen. Die nächste Station ist auf den Philippinen zum Färben des Garns. Danach wird in China das Garn zu Stoffen gewebt und in Bangladesch schlussendlich zum fertigen T-Shirt genäht. Designet wurde es in England oder den USA. Bevor es endlich in den Einzelhandel kommt, wird es in Bulgarien verpackt.
Das T-Shirt hat danach eine Strecke von 42 320 km zurückgelegt.

Am 24. April 2013 stürzte in Sabhar, Bangladesch das achtstöckige Fabriksgebäude Rana Plaza ein. Obwohl am Vortag Risse festgestellt worden waren, wurden die TextilarbeiterInnen dazu gezwungen ihre Arbeit am nächsten Tag wiederaufzunehmen. Beim Einsturz starben 1127 Menschen und 2438 wurden verletzt. Zu den Textilfirmen, die ihre Produktionsstätten in Rana Plaza hatten, zählten Benetton, Kik, C&A, Mango, Primark, Walmart und viele weitere europäische und US-amerikanische Textilunternehmen.

Lebensmittelvergiftungen aufgrund von verdorbenen Lebensmitteln sind in anerkannten großen Fabriken wie Best Wool Sweaters, einer Fabrik die unter anderem auch H&M, Esprit und C&A beliefert, keine Seltenheit.
Nähere Infos in: Todschick (2015) von Gisela Burckhardt

Flachs und Hanf können als alternative Ressourcen zu Baumwolle in der Textilproduktion verwendet werden. Sie sind sehr genügsame Pflanzen und lassen sich im heimischen (mitteleuropäischen) Klima ressourcenschonend anbauen. Sie benötigen weder viel Stickstoffdünger noch Spritzmittel.
Obwohl beide Pflanzen eine lange Tradition haben (als Leinenstoffe, Seile oder Netze) fristen beide ein Dasein in nur sehr kleinen Marktnieschen.

Mehr Infos in: Dreimal anziehen, weg damit (2015) von Heike Holdinghausen

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2 Gedanken zu “Graz setzt ein Zeichen für Nachhaltigkeit!

  1. Pingback: Von der Idee zum riesigen T-Shirt – ein Making-Of: – Globales T-Shirt Graz

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