Gütesiegel und Zertifikate Teil 3: Fair Trade Textilstandard

1997 wurde Fairtrade International als Nichtregierungsorganisation (NGO) in Bonn gegründet. Dabei schlossen sich verschiedene internationale Gütesiegel-Initiativen, u.a. Fairtrade Österreich, zu einer Dachorganisation zusammen. Im Fokus von Fairtrade steht, wie der Name schon verrät, ein gerechter, internationaler Handel zwischen Kleinbäuerinnen und Kleinbauern in Ländern des globalen Südens und Ländern des globalen Nordens. So beschreibt Fairtrade: „Die Vision von Fairtrade ist eine Welt, in der alle Kleinbauerfamilien und Beschäftigten auf Plantagen in sogenannten Entwicklungsländern ein sicheres und gutes Leben führen, ihr Potenzial ausschöpfen und über ihre Zukunft selbst bestimmen können.“ Die Hauptaufgaben von Fairtrade International liegen unter anderem in der Entwicklung von Fairtrade-Standards, welche nach den drei Säulen der Nachhaltigkeit aufgebaut sind: Soziales, Ökologie und Wirtschaft. Die sozialen Standards umfassen die Stärkung der Kleinbäuerinnen/ Kleinbauern und Arbeiterinnen/ Arbeiter durch:

  • Organisation in demokratischen Gemeinschaften (Kooperativen)
  • Förderung gewerkschaftlicher Organisation (auf Plantagen)
  • Geregelte Arbeitsbedingungen
  • Verbot ausbeuterischer Kinderarbeit
  • Diskriminierungsverbot

Das Fairtrade Gütesiegel ist wahrscheinlich vor allem für seine Zertifizierung für Kaffee, Kakao und Bananen bekannt. Aber Fairtrade arbeitet nicht nur im Bereich von Lebensmittel, sondern auch im Textilsektor. Dabei ist vor allem das Fairtrade Certified Cotton Gütesiegel zu erwähnen, wodurch fair gehandelte Baumwolle garantiert wird. Gentechnik, Pestizide, Mineraldünger und Kinderarbeit werden ausgeschlossen. Der für die lokalen Kleinbäuerinnen und Kleinbauern so wichtige Mindestpreis wird bezahlt und eine Sozialprämie wird garantiert. Wie bereits erwähnt werden aber auch die sozialen Aspekte der Textilproduktion berücksichtigt, zum Beispiel werden vor allem Sozialprojekte unterstützt. Im Hinblick auf wirtschaftliche Zusammenarbeit wird darauf geachtet, dass langfristige Geschäftsbeziehungen aufgebaut werden. Einer der größten Kritikpunkte an internationale Textilunternehmen liegt in der fehlenden Transparenz ihrer Produktion. Fairtrade versucht gezielt, den Produktionsprozess in den Arbeitsstätten vor Ort transparent zu machen, indem Informationen und Ergebnisse von Kontrollen öffentlich zur Verfügung gestellt werden.

Soziale Mindeststandards wie das Verbot von Kinderarbeit, Zwangsarbeit oder Diskriminierung am Arbeitsplatz werden in der konventionellen (Textil-) Produktion oft mit Füßen getreten und darüber hinaus verfügen die Arbeiterinnen und Arbeiter sehr oft über keine Arbeits- und Krankenversicherung, verdienen Hungerslöhne und haben keine geregelten Arbeitszeiten (Arbeitstage von 12-14h sind in vielen Produktionsstätten die traurige Norm). Das Fairtrade-Gütesiegel garantiert die Einhaltung sozialer Mindeststandards der International Labour Organization. Diese Mindeststandards werden durch die unabhängige Zertifizierungsorganisation FLO-Cert kontrolliert.

Kritik an Fairtrade
Das Gütesiegel Fairtrade ist in den letzten Jahren immer stärker in Kritik geraten. Zwar sind die Umsätze an Fairtrade bzw. fair gehandelten Waren kontinuierlich gestiegen (2015 wurde in Deutschland mit fairen Produkten ein Umsatz von 1,139 Milliarden Euro gemacht), allerdings versteckt sich hier auch einer der größten Kritikpunkte: der Begriff fair trade ist rechtlich nicht geschützt. Darin liegt einer der Gründe für das faire Gütesiegelchaos, da sich viele verschiedene Siegel als fair bezeichnen, aber nicht immer auch tatsächlich fair gehandelte Waren dahinter stecken. So garantiert z.B. auch das UTZ Certified Siegel (oft zu sehen auf Produkten heimischer Diskonter) Nachhaltigkeit, schreibt aber keine Mindestmengen an fairen Produkten für den Erhalt des Labels vor. Bei Fairtrade müssen nur 20% an fair gehandelten Waren enthalten sein, bei GEPA+, ein weiteres Fair-Trade Label, müssen mindestens 50% faire Rohstoffe in den Produkten enthalten sein, es gilt somit als eines der strengsten Gütesiegel. Neben Gepa+ und UTZ Certified, gibt es noch viele weitere Fair-Trade-Gütesiegel: Naturland Fair, Ecocert, Oneworld, World Fair Trade Organization, Fairglobe, Hand in Hand Organic Rapunzel Fairtrade Zwar sind unter diesen Siegeln viele auch vertrauenswert und seriös (so z.B. Fairtrade, Naturland, Rapunzel und Gepa+), dennoch appelliert die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg für standardisierte gesetzliche Regelungen und ein einheitliches Siegel, um eine verlässliche Kennzeichnung schaffen zu können.
Ein weiterer Kritikpunkt an Fairtrade ist der Mengenausgleich. Dabei handelt es sich um die Tatsache, dass Fairtrade-Ressourcen mit nicht-Fairtrade-Rohstoffen gemischt werden. Ein Teil der Gesamtware wird dann als Fairtrade-Ware ausgezeichnet, auch wenn es sein kann, dass in den Endprodukten (hier zwar vor allem Lebensmittel wie Fruchtsäfte, Zucker und Kakao) aufgrund der Mischung mit konventionellen Ressourcen, kaum Fairtrade-Produkte enthalten sind.
Als dritter Kritikpunkt sind die Kosten der Lizenzen zur Garantie von sozialen und ökologischen Standards anzuführen, die es KleinbäuerInnen oder Unternehmen kostet, ihre Produkte auch als solche verkaufen zu können.

Gütesiegel zeigen, dass die konventionelle Produktion viele globale Probleme mit sich bringt und wollen genau diese Probleme mit Transparenz und garantierter sozialer und ökologischer Nachhaltigkeit bekämpfen. Deshalb sollten sie auch tatsächlich dafür einstehen und nicht aus „falschen“-marktgesteuerten Motivationen für Inhalte werben, die am Ende nicht eingehalten werden können. Fairtrade gilt als eine der größten Gütesiegel bzw. Organisationen. Wie so oft, gilt auch hier: je größere ein Unternehmen bzw. eine Organisation, desto komplexer das dahinterstehende System. Konsumentinnen und Konsumenten sollten Gütesiegel nicht blind vertrauen, sondern auch immer die Verpackungsrückseite lesen – da sich hier sehr oft die versprochenen Ergebnisse nicht wiederfinden.
Und zu allerletzt soll sich immer noch die Frage gestellt werden: ist dieses zehnte Paar Jeans, Avocados aus Mexiko und Kokosöl aus Indonesien denn überhaupt notwendig?

Aller Kritik zu trotz, gilt Fairtrade als eines der wichtigsten Gütesiegel. Das Unternehmen genießt viel Vertrauen und so kann man hoffen, dass an den Schwachstellen gearbeitet wird um tatsächlich als 100% faires Gütesiegel einstehen zu können. Im Bekleidungssektor haben sich vor allem das GOTS-Gütesiegel (Fokus auf ökologische Aspekte) und die Fair Wear Foundation (Fokus auf soziale Aspekte) zu aussagekräftigen Gütesiegel etabliert, da hier vor allem auf die gesamte Güterkette der Textilproduktion geachtet wird. Das Fairtrade Gütesiegel verfolgt vor allem den Weg bis zur Ernte der Baumwolle und nicht die Weiterverarbeitung.
Eine Kombi aus GOTS und FWF ist gerade das beste was man an Öko-fairer Mode zurzeit bekommen kann. Mit diesen drei Siegeln kann bei der nächsten (fairen) Shopping Tour sicher nichts falsch gemacht werden 🙂

Quellen:
Ethical Fashion Guide: http://www.cleanclothes.at/media/common/uploads/download/ethical-fashion-guide/EFG_final_1705.pdf [05.06.2017].
Ethical Fashion Guide: http://www.cleanclothes.at/media/common/uploads/download/ethical-fashion-guide/EFG_final_1705.pdf [05.06.2017].
Fair Wear Foundation: https://www.fairwear.org/ [05.06.2017].
Utopia: Fair Wear Foundation – faire Arbeitsbedingungen in der Textilproduktion: https://utopia.de/siegel/fair-wear-foundation/ [05.06.2017].
Homepage GOTS: http://www.global-standard.org/de/the-standard/general-description.html [02.06.2017]
Ethical Fashion Guide: http://www.cleanclothes.at/media/common/uploads/download/ethical-fashion-guide/EFG_final_1705.pdf [02.06.2017]
UTOPIA: https://utopia.de/bestenlisten/modelabels-faire-mode/ [02.06.2017]
Armed Angels Onlineshop: https://www.armedangels.de/gots/ [02.06.2017]
Fairtrade Österreich (o.D.): Fairtrade International. Faire Standards und gerechter Handel weltweit, [online] https://www.fairtrade.at/was-ist-fairtrade/fairtrade-system/fairtrade-international.html
[01.06.2017].
Fairtrade Österreich (o.D.): Fairtrade-Siegel, [online] https://www.fairtrade.at/was-ist-fairtrade/fairtrade-siegel.html [05.06.2017].
Handelsdaten (o.D.): Fairer Handel in Deutschland, [online] https://www.handelsdaten.de/handelsthemen/fairer-handel [02.06.2017].
Marktcheck (2016): Fair-Trade-Siegel: Wirklich alles fair gehandelt?

Aus alt mach „neu“ oder was anderes…

Was kann man/frau nun tun, wenn das T-Shirt wirklich nicht mehr zu retten ist? Im Rahmen eines „Bastel- und Nähnachmittages“ haben wir uns auf die Suche nach der Antwort gemacht.

Als praktischste Lösung schienen uns T-Shirt Taschen. Ganz einfach und schnell mit der Nähmaschine zusammengenäht (geht natürlich auch per Hand). Praktisch für jeden Einkauf, als Strandtasche usw. und leicht mitzunehmen. Auf jeden Fall besser als die angebotenen Plastiksackerln nach diversen Einkäufen – nur nicht zu Hause vergessen. 😉

Damit ihr auch die Möglichkeit habt zu so einer Tasche zu kommen, werden u.a. insgesamt 20 Stück beim Gewinnspiel auf dem Fair Fashion Festl verlost!

Eine weitere Möglichkeit ist es aus dem z.B. T-Shirt ein T-Shirt Garn zu machen, das wiederum vielfältig verwendet werden kann.

Aus diesem kann z.B. ein Platzset gewoben werden (dafür braucht man nicht mal einen Webstuhl)

Oder da Selbstmachen ja wieder im Trend ist – das eine oder andere Häkeln?

Halsketten aus T-Shirts lassen sich ebenfalls einfach herstellen.

Auch Baby-/Kleinkindbekleidung und Pölster lassen sich schneidern, oder warum nicht Wattepads ersetzen?

Oder aus den Ärmeln noch schnell ein Monster machen?

Die Möglichkeiten sind vielfältig, seht euch einfach etwas im Internet um, wenn ihr Lust bekommen habt.

Anleitungen:
T-Shirt Garn: http://bit.ly/2ryy37r
Korb häkeln: https://www.youtube.com/watch?v=xkApob_wt8w
Halsketten aus T-Shirts: https://www.youtube.com/watch?v=6ugMNqksZWo

Ein „Lieblingsplatz“ in Graz


Im Lieblingsplatz in der Grazer Sporgasse wird fair produzierte, nachhaltige Kleidung verkauft. Wir haben mit Sabine Tiefenbrunner, Inhaberin des Geschäftes, über ihr Unternehmen und ihre Gedanken zur Modeindustrie gesprochen.

 


Verwendete Musik:

„Kwartet Japonski I“ by Maciej Zolnowski http://freemusicarchive.org/music/Maciej_onowski/
Used under Creative Commons – Attribution 4.0 International (CC BY 4.0) https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/

Gütesiegel und Zertifikate Teil 2: GOTS – Global Organic Textile Standard

Das GOTS wurde 2006 eingeführt und ist derzeit das umfassendste Gütesiegel in der Bekleidungsindustrie. Beim GOTS werden alle Produktionsschritte abgedeckt: von der Produktion, über Stoff, Konfektion bis hin zu ökologischen und sozialen Belangen.

Weiterlesen „Gütesiegel und Zertifikate Teil 2: GOTS – Global Organic Textile Standard“

Gebrauchte T-Shirts und Afrika (2)

Was passiert hier in Europa, in Österreich?

Über die genaue Menge an alten Kleidern, die jährlich in Österreich anfällt, kann man nur spekulieren, Schätzungen gehen aber von 80.000 Tonnen pro Jahr aus. Ein großer Teil der Kleidung wird in Kleidercontainern entsorgt, die Sammelboxen stehen an allen Straßenecken zur Verfügung. Nur zwei Fünftel sind als Gebrauchtkleidung verwendbar, gut zwei weitere Fünftel noch für die Putzlappenherstellung oder als Rohstoff. Der Rest ist Abfall. Ein großer Teil dieser Kleidungsstücke wird aussortiert, wenn er nicht mehr gefällt, hat dann aber noch einen erheblichen Teil seiner Lebenszeit vor sich.

Wenn diese Kleiderbündel in Afrika ankommen, sind sie von einer Spende längst zur Ware geworden. Gebrauchte Sachen decken in Afrika bis zu 80 Prozent des Bekleidungsbedarfs. In den meisten afrikanischen Staaten werden kaum noch Stoffe gefertigt und auch Bekleidungsfabriken gibt es nur wenige. Und der Altkleiderimport verschafft, bei all seinen Problemen, vielen in Afrika die Chance Geld zu verdienen und sich besser zu kleiden.

Eine Reihe afrikanischer Staaten hat den Import von Altkleidern verboten oder massiv eingeschränkt, darunter lukrative Märkte wie Südafrika, Nigeria und Äthiopien. Um diese Importbeschränkungen zu umgehen, hat sich ein umfangreicher Schmuggel entwickelt.
Benin ist beispielsweise bereits seit zwei Jahrzehnten ein Hauptumschlagplatz für Altkleider, die als Schmuggelware nach Nigeria gehen. Eine andere Reihe von Staaten hat relativ hohe Zölle auf den Import von Altkleidern festgelegt, die anscheinend in einigen Fällen über Korruption in Häfen oder Schmuggel durch Nachbarstaaten umgangen werden.

Große Probleme mit dem Gebrauchthandel gibt es dort, wo, wie z.B. in Tansania oder im Kongo, kleine Gruppen den Import kontrollieren (restriktive Importbestimmungen, GroßhändlerInnen, die von außen den Preis bestimmen) und die damit den Markt diktieren und enorme Gewinne machen.
Kleinere Probleme gibt es in Westafrika (Kamerun, Ghana, Kenia) – relativ viele Angehörige leben in Westeuropa und USA und schicken Kleidung an Verwandte – dies hat zu einem Überangebot geführt.

Hauptgrund ist die geringe Kaufkraft. Es gibt kein ausreichendes und erschwingliches Bekleidungsangebot aus lokaler Produktion. Die auf den Märkten angebotene Neuware kommt überwiegend aus China, ist aber oft von minderer Qualität. Secondhand-Kleidung ist daher weit verbreitet. Der Handel mit Gebrauchtkleidung verschafft vielen Arbeit und Einkommen. Auch viele Schneiderinnen und Schneider leben vom Umarbeiten oder „redesign“ von Gebrauchttextilien.

Einerseits wächst der Überschuss an Gebrauchtkleidung in den Wohlstandsländern, weil für uns Textilien immer billiger geworden sind, und andererseits gibt es eine wachsende Nachfrage nach Gebrauchttextilien, etwa in Afrika. Hier trifft sich das explodierende Angebot von abgelegter Kleidung der Reichen auf die unstillbare Nachfrage nach Kleidung für die Armen. Außerdem wird das wachsende Umweltbewusstsein vermutlich dafür sorgen, dass immer mehr gebrauchte Kleider in den Altkleidersammlungen anstatt im Haushaltsmüll landen. Am wichtigsten ist vielleicht die Tatsache, dass die ärmeren Länder ein hohes Bevölkerungswachstum und eine ebenfalls wachsende Begeisterung für modische Kleidung haben.

Wir sollten es uns aber trotzdem nicht ersparen, unser eigenes Konsumverhalten zu hinterfragen. Müssen wir Kleidung, deren Produktion wertvolle Ressourcen verschlingt und die wir eigentlich noch tragen könnten, wirklich so schnell wieder entsorgen, wie wir es heute tun?

 

Quellen:
Rivoli, Pietra (2006): Reisebericht eines T-Shirts. Ein Alltagsprodukt erklärt die Weltwirtschaft. Berlin.

Das Geschäft mit Altkleider Am Schauplatz (1/4).
[Online] https://www.youtube.com/watch?v=eGn5uepEz04 [15.06.2017]

„Mitumbas“ Ende- Ostafrika will Altkleider-Importe verbieten. (30.03.2016) [Online] https://www.3sat.de/page/?source=/nano/gesellschaft/186049/index.html [15.06.2017]

Gebrauchte T-Shirts und Afrika (1)

Inwiefern hat Afrika mit unserer Gebrauchtkleidung zu tun?

Die afrikanische Bekleidungsindustrie ist auf einem globalisierten Markt nicht wettbewerbsfähig. Der Handel mit der afrikanischer Kleidungsindustrie hat zwar eine lange Tradition bis zurück ins 9. Jhd., dieser ist aber infolge der Kolonialisierung reduziert worden – hin zum reinen Rohstofflieferanten.

Mit der Unabhängigkeit von den Kolonialländern in der 2. Hälfte des 20. Jhd. entstand eine mäßig erfolgreiche Bekleidungsindustrie, die aber auf einem globalisierten Markt ab ca. 1980 nicht wettbewerbsfähig war.

Als Gründe für den Niedergang werden angeführt: ungünstige weltwirtschaftliche Rahmenbedingungen, fehlendes Kapital für Investitionen, schlechte Infrastruktur, politische Wirren und klimatische Faktoren (für den Anbau von Rohstoffen).

Diese Probleme sind natürlich nicht allein auf die Bekleidungsindustrie beschränkt, sondern gelten allgemein für die Industrie in Afrika – der Kontinent gilt im Vergleich als teurer Produktionsstandort.
Es wird versucht, InvestorInnen zu gewinnen. Mehr oder weniger gelungen ist dies in Mauretanien, Madagaskar, Kenia, Zimbabwe, Swasiland und Äthiopien, die für den asiatischen Markt vorfertigen. Eine zufriedenstellende Wertschöpfung ist aber nicht möglich.

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Der Großteil der Bevölkerung (inkl. der „Mittelschicht“) ist auf die Versorgung mit Gebrauchtkleidung angewiesen, der Handel damit dient vielen als Einkommensquelle.

Aufgrund des niedrigen Einkommens kann sich der Großteil der afrikanischen Bevölkerung keine Neukleidung nach westlichen Standard leisten und hat nur die Wahl zwischen qualitativ schlechter Billigst-Neukleidung oder Gebrauchtkleidung.

(Fortsetzung folgt im zweiten Teil).

Faire Mode von „Göttin des Glücks“

Göttin des Glücks verkauft fair und nachhaltig produzierte Mode. Wir haben mit Brigitte Hirner, Leiterin der Grazer Filiale, über das Unternehmen sowie ihre Vorstellungen von fairer, nachhaltiger Kleidung gesprochen.

 

 


Verwendete Musik:

„Write Hear Right Now“ by P C III http://freemusicarchive.org/music/P_C_III
Used under Creative Commons – Attribution 4.0 International (CC BY 4.0) https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/

Gütesiegel und Zertifikate

Du legst Wert darauf, dass deine Kleidung unter fairen Bedingungen produziert wird und möchtest dir sicher sein, dass die Arbeiterinnen und Arbeiter angemessen entlohnt werden und zu humanen Arbeitsbedingungen produzieren können? Kein Problem, wenn du bei deiner Shopping-Tour auf Zertifikate und Gütesiegel achtest!

Weiterlesen „Gütesiegel und Zertifikate“

T-Shirt Rettung Teil 2: Vorsorgen statt nachher Sorgen – das Waschen

Um sich möglichst lange an seinem T-Shirt erfreuen zu können, ist die richtige Pflege das Um und Auf. Natürlich spielt die Qualität des Stückes an sich ebenfalls eine große Rolle.

Die Werbung bläut uns ein, was wir denn so alles für die „richtige“ Wäschepflege brauchen. Bunt-, Voll-, Woll-, Feinwaschmittel; Weich-, Hygienespüler und so weiter. Apropos Vollwaschmittel – schon gewusst, dass in diesem Bleichmittel enthalten sind und  daher eher nur für weiße oder helle Wäsche geeignet ist?
Ganz abgesehen von diesem Bezeichnungs-Dschungel ist es gar nicht so leicht, die richtige Dosierung zu finden – oft geschieht diese nach Gefühl und ist viel zu hoch gewählt, wir belasten die Umwelt zusätzlich und ein Mehr an Waschpulver macht die Wäsche nicht unbedingt sauberer. Wer mehr dazu wissen will und etwas Zeit hat: Die Tricks der Waschindustrie

Dass es auch anders geht wurde im Rahmen des Zero Waste Graz Stammtisches im Juni klar. Hier ging Maria von widerstandistzweckmäßig der Wäschepflege aus ökologischer Sicht nach.

Nun eine kurze Zusammenfassung meiner Notizen über die wichtigsten Punkte. Die vollständige Beschreibung findet ihr bei widerstandistzweckmäßig.

https://widerstandistzweckmaessig.files.wordpress.com/2017/05/wc3a4schepflege-aus-c3b6kologischer-sicht.jpg?w=399&h=204

Der wichtigste Punkt:

Vor dem Wäsche waschen

Durch das Waschen wird die Kleidung verschlissen. Wenn man/frau weniger waschen muss, hält die Kleidung länger!

  • nach dem Tragen aufhängen, dann kann das Kleidungsstück meist noch öfter getragen werden.
  • Flecken sofort behandeln (Gallseife oder Olivenölseife ist in den meisten Fällen das Mittel der Wahl).  Fleck nass machen, mit Gall- oder Olivenölseife einreiben, auswaschen. 2-3x wiederholen. Bei gröberen Flecken bis zum Waschen einweichen.
    Blut mit kalten Wasser ausschwemmen, für alles Andere kann lauwarmes Wasser genommen werden.
  • Fettflecken wie oben behandeln und dann in Sodalösung einlegen.
  • Kleidung vor dem Waschen auf Schadstellen untersuchen und reparieren.

Sortieren

  • Hauptkriterium zuerst nach Material, dann nach Farbe
  • Alle Verschlüsse (Reißverschlüsse etc.) schließen, BHs etc. in Wäschesäcke, Härteres Umdrehen (Jeans etc.)
  • große und kleinere Sachen vermischen (= bessere Waschwirkung durch Reiben – gerade bei Flecken helfen Handtücher, die dazu gegeben werden)

Was macht Wäsche sauber?

  • Hauptfaktor: Wasser
  • mechanische Waschwirkung (das Aneinanderreiben der Kleidungsstücke)
  • Temperatur (eigentlich reicht es, alles mit max. 40 Grad zu waschen)
  • Waschmittel (hier gibt es eine Reihe alternativer Waschmittel wie Rosskastanien, Efeu, Waschnüsse … – s. auch letzter Beitrag)

Trocknen

  • genug Abstand zwischen den einzelnen Stücken lassen, damit die Wäsche gut trocknen kann
  • möglichst nichts überlappen/Teil soll als Ganzes hängen – damit spart man/frau sich auch das Bügeln 🙂
  • im Halbschatten/Schatten trocknen
  • Wäschetrockner verschleißt die Kleidung – abgesehen vom Ressourcen- (Herstellung) und Stromverbrauch

Der Vortrag von Maria war sehr interessant und auch wenn Wäsche waschen etwas ist, was wir sehr oft machen, gibt es Einiges, was wir verbessern können: der Wäsche, der Umwelt und unserer Gesundheit zu Liebe!

5 alternative Waschmittel [Langzeiterfahrung] — widerstandistzweckmaessig

Um möglicht lange Freude an seiner Kleidung zu haben, zahlt es sich aus, sorgfältig damit umzugehen. Es gibt zahlreiche Tipps für richtige Wäschepflege und nachhaltiges Wäschewaschen. Ihre Erfahrungen mit alternativen Waschmitteln hat widerstandistzweckmäßig in einem sehr lesenswerten Beitrag zusammengefasst:

Beim Wäsche waschen wird nicht nur durch das Waschmittel die Umwelt belastet, sondern auch durch die Verpackung der Pflegemittel. Aus diesem Grund komme ich immer wieder einmal auf das Thema „Wäsche waschen“ zurück. Mittlerweile habe ich sehr viele verschiedene Varianten von alternativen Waschmitteln ausprobiert. Das heißt, es ist endlich an der Zeit über meine Langzeiterfahrungen […]

über 5 alternative Waschmittel [Langzeiterfahrung] — widerstandistzweckmaessig